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18. Jul 2010

... und noch ein Desert?

Den darauffolgenden Samstag haben wir 3 Krieger erst einmal ausgeschlafen. Und dann den Spieß umgedreht: Meine Eltern kamen zur Abwechslung mal MICH abholen. Wobei abholen eigentlich nicht das richtige Wort ist, denn wir verließen meine Wohnung erst gegen 3 Uhr nachmittags. Was uns so lange aufgehalten hat? Mein werter Laptop. Denn der musste komplett neu eingerichtet werden, weil ich mich vor ihm gefürchtet habe. Kein Scherz. Letztes Jahr im Herbst fing das an, pünktlich zum Geisterfest startete sich mein Laptop zum ersten Mal wie von Geisterhand alleine. Einfach so. Ging an. Tja. Das Neu-einrichten hat dann aber auch nichts gebracht, wie ich mittlerweile weiß. Mein Computer hat immer noch einen eigenen Kopf und ich kann das selbstständige Hochgefahre nur verhindern, indem ich das Internetkabel rausziehe. Das ist tatsächlich das Einzige, was hilft. Vorschläge, werte Leserschaft?

Nachdem wir also vorerst glaubten, meinen Computer gebändigt zu haben, machten wir uns auf zum Shandao Tempel. Das ist auch eine U-Bahnstation. Tja. Und vielleicht war das auch mal ein Tempel, aber jetzt ist da jedenfalls keiner mehr ^^ aber das war nicht weiter schlimm, denn wir waren sowieso eher auf dem Weg zum Elektronikparadies für Papa. Das ist dort nämlich auch gleich um die Ecke. Wir haben natürlich erst eine ganze Weile gesucht (haben wir eigentlich mal was Entspannendes gemacht in den 2 Wochen????), es dann aber doch gefunden. Vor uns erstreckte sich also der feuchte Traum eines jeden Technik Freaks (mit Manga-Läden und Spiele- und DVD-Läden gespickt), verteilt auf wer weiß wie viele Etagen mit den abgefahrendsten und buntesten Technik-Dingern, die man je gesehen hat – und was macht Papa? Der kauft eine schlichte, schwarze Fetsplatte für die vielen Bilder, die er gemacht hat…. Tja. Soviel dazu, ne? Gegen Abend sind wir nochmal gen 101 gefahren, denn wir waren ja, dank schlechter Wetterverhältnisse, noch nicht oben gewesen und essen wollten wir auch noch. Also nen Tisch im Wasabi (japanisches All you can eat) bestellt und dann rauf auf den Turm. Die Aussicht war schon nicht verkehrt, das leichte Schwanken, dass sofort nach Verlassen des Fahrstuhls im par-und-80.-Stock einsetzte, allerdings weniger erfreulich (weil ich ja nicht Seekrank werde oder so…).

Rechts seht ihr den Massendämpfer im 101. Der verhindert, dass bei zu starkem Wind der Turm zu sehr schwingt (und dann vielleicht einstürzt....XD). Bei Erdbeben ist der allerdings nicht sehr hilfreich, sagen die Wissenschaftler. Da hoffen die nur, dass der nich außer Kontrolle gerät.
FÜR Weihnachtsdekoration das ganze Jahr über!!! XD

 
Am Sonntag haben wir irgendwie gar keine Bilder gemacht. Mh. Dafür haben wir uns aber endlich mal (wenigstens ein bisschen und auf den letzte Drücker) in die einheimische Küche gestürzt und konnten so hoffentlich den Urlaub noch etwas abrunden. Los ging es also nach Gongguan, Froscheier-Milch kaufen. ^^ Tja. Die heißt natürlich nur so, ist aber wegen dem Namen (und dem guten Geschmack) sehr berühmt. Es handelt sich einfach um Milch mit braunem, Sirupzucker und (diesmal leckeren) schwarzen Geleeperlen. Wir haben die Getränke anschließend mit zu einem berühmten Fleischnudelladen genommen und dort Mittag gegessen. Natürlich hab ich uns erst einmal die Nudelsuppen OHNE Fleisch bestellt (ich sag ja, es ist einfach nicht auseinanderzuhalten….), aber auf Nachfrage bekamen wir dann noch Fleisch dazu (nette Leute, wie gesagt). Danach haben wir dann noch Tangyuan gekauft, das ist eine Art Teigklößchen mit oder ohne Füllung und mit verschiedenem Zeug obendrauf (oder eben schwimmend in süßer, roter Bohnen Suppe). Mjam. Nicht, dass wir nicht schon aus den Nähten geplatzt sind nach den Nudeln und den Froscheiern, aber es war wieder ein Feiertag und da musste man eben Tangyuan essen ^^ Was wir dann auch getan haben, bei schönen Wetter an einem Teich auf dem Campus der National Taiwan University. Anschließend gabs dann doch noch etwas Gelaufe, denn es galt noch ein paar Souvenirs zu kaufen. Das letzte Mal hatte ich mit den beiden Jessicas und Zairen einen so tollen Teeladen in einem Kaufhaus entdeckt, aber ich konnte den irgendwie nicht wiederfinden… Der is weggelaufen…. Mh. Aber Tee haben wir dann trotzdem noch im Sogo gefunden. Also halb so wild. Danach gings dann eigentlich schon zurück ins Hotel und ans Kofferpacken für meine Eltern. Ich hoffe wirklich, es hat den beiden ganz gut gefallen und ich konnte in der kurzen Zeit und mit meinen beschränkten Fremdenführerfähigkeiten doch ein paar schöne Erinnerungen schaffen. Denn nach Taiwan kommt man ja nicht alle Tage, ne? Wobei ich später im Urlaub sicher wieder zurückkommen werde. Dann vielleicht auch mal mit meinem Bruder, der dieses Mal leider nicht dabei sein konnte, weil noch in der Schule. Tja. Das nächste Mal, Uwe, da machen wir Taiwan unsicher haha

 

Soooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo. Man. Und wenn ich euch jetzt noch sage, dass mich das ganze Hochgelade mit allen Bildern und alles einige Stundengekostet hat, dann könnt ihr sicher alle nachvollziehen, warum ich das so lange vor mir hergeschoben habe, diesen Eintrag zu schreiben. Aber jetzt ist es ja so gut wie geschafft.

 

Soweit also wieder einmal von mir. Ich hoffe ihr seid noch nicht vom Stuhl gefallen und wünsche euch noch ein ganz tolles Restwochenende! Machts gut und bis zum nächsten Mal.

Noch Platz für ein Häppchen?

Hier nun also die Fortsetzung meines letzten Eintrages. Viel Spaß!

Der Montag bestand im Wesentlichen aus einem Zoobesuch und anschließendem Essen im Dim Taifeng. Lecker, lecker. Und es hat sich auch keiner von uns die Gusche an den Xiao Longbao verbrannt (die haben da nämlich Warnhinweise für die dummen Ausländer, die da einfach reinbeißen und sich mördermäßig verbrennen ^^). Noch ein Vorteil, wenn Papi greifbar ist: Man bekommt alles bezahlt (muhahaha –hey! Ich nutz das ja wohl nicht schamlos aus, ne?). So hab ich dann tatsächlich 3 Hosen abgestaubt. Warum ich das extra erwähne? Nicht nur, weil es auf meinem Spickzettel steht, sondern auch, weil die Tatsache, in Taiwan lange Hosen für mich zu finden, die nicht über den Knöcheln aufhören, schon ein Kunststück ist. Aber wir haben es fertig gebracht. Und beim damaligen Wechselkurs waren die auch gar nicht mal so teuer. Heute sähe das schon anders aus, wobei der Kurs Gott sei Dank am Steigen ist. Aber das nur nebenbei. ^^ (schwafel, schwafel ^^)
"Also wir schauen ja nicht für jeden in die Kamera..." ^^
Mein Lieblingsvogel im Vogelgehege
Xiaolongbao..... >.<

 

Nachdem wir uns in den letzten Tagen verhältnismäßig entspannt hatten, nahmen wir (also eigentlich ja ich, ne? Ich saß ja am langen Hebel hehe ^^) uns für den Dienstag allerhand vor. Zunächst fuhren wir in den westlichen Teil der Stadt und besuchten den Longshan Tempel. Auch hier ist nicht allzu viel zu berichten, es ist eben Sight Seeing, ne? Die Luft ist dort immer ziemlich dick vor lauter Räucherstäbchenrauch und man kann auch in selbigem die gerade erworbenen Amulette (für Sicherheit im Straßenverkehr oder viel Glück bei den Prüfungen und und) schwenken (ob nun links- oder rechtsrum hab ich vergessen ^^) um die Amulette mit der Kraft des Tempels, bzw. der Götter aufzuladen. Wir haben brav geschwenkt ^^

Anschließend sind wir in den Norden nach Danshui, das an Taipei grenzende Fischerdorf, gefahren. Auch hier wieder einiges Umhertappen und Tempelbesichtigen (Größtenteils Mazu-Tempel, der Göttin des Meeres gewidmet) und dann Fisch zum Mittagessen (wenn wir schon in nem Fischerdorf sind, ne?). Eine kurze Busfahrt brachte uns anschließend an die Flussmündung ans Meer, an die Brücke der Verliebten ^^ Langsam wurde es auch dunkel was uns aber nicht davon abhielt noch einen Perl-Milchtee zu trinken (Grüner Tee mit Milch und schwarzen Geleeperlen, Taiwaner mögen nicht nonstopp trinken, die kauen zwischendurch ganz gerne, da ist es interessant im Mund haha) und dann noch mit der U-Bahn zurück Richtung Stadt nach Xinbeitou zu fahren. Xinbeitou ist eine Art Kurort, da gibt’s viele heiße Quellen, und das wollten wir doch unbedingt ausprobieren ^^ Es gibt da verschiedene Temperaturstufen, in die heißeste konnten wir nicht gehen. Da fühlt man sich ja wie Hummer im Kochtopf! Das ist nur was für die GANZ Harten…. Zuvor hatten wir noch sehr lustige Sportgeräte in einem Park gefunden. Das ist hier eigentlich Gang und gebe, in jedem kleinen Fleckchen Grün stellt man eben mal ein paar Trimm-Dich Geräte auf. Und die Dinger werden sogar genutzt! Spaß machts schon, wie man an den Bildern sicher sehen kann ^^
Herrlich, wenn alle gleich bescheuert gucken ^^
Ja die Dinger waren schon lustig. Und im Dunkeln hat man uns auch nicht so gesehen XD haha

Die knallbunte U-Bahn nach Xinbeitou

 

Am Mittwoch sind wir dann auf dem Yangmingshan rumgeklettert. Das ist DER große Nationalpark hier im Norden Taipeis. Wir hatten Spitzenwetter und haben jeeeeede Menge Grünes gesehen. ^^ Zunächst waren wir mit dem Bus angekommen (es waren noch EINIGE andere Leute außer uns auf dieselbe Idee gekommen, zum Yangmingshan zu fahren….). Danach gings erst einmal quer durch die Botanik (sollte es uns irgendwie seltsam vorkommen, dass wir fast die Einzigen Menschen auf diesem Waldpfad waren? XD) auf zum Besucherzentrum. Dort angekommen haben wir uns mit Hilfe einer sehr netten Auskunftsdame 3 große Reiseziele ausgesucht (denn der Park ist riesig! Da kann man nicht einfach drauflostappen, da geht man verloren!): Die heiße Schwefelquelle, die kalte Quelle und den Wasserfall. Zu sehen gabs natürlich noch viiiiiiel mehr, aber unsere Ziele wurden günstigerweise von einer Buslinie verbunden, es hieß also nur einsteigen und am gewünschten Ziel wieder zum Ausgang durchschlagen. Zunächst einmal waren wir aber hungrig, also gingen wir ins Restaurant neben dem Besucherzentrum essen. Das war dann auch nochmal lustig. Erst einmal waren vor dem Restaurant so einige Leute zu Gange: Hochzeitsfotos im Freien. Ich persönlich mag solche Fotos ja wirklich gerne, wenn sie gut gemacht sind. Is schon lustig, wenn da ne ganze Make up- und Friseur-Crew sich an ner Braut zu schaffen macht, die vor nem öffentlichen Klo auf nem Hocker sitzt ^^ Hatte was. Haha

IM Restaurant sorgten Papas Suppenwünsche für allgemeine Erheiterung. Papa erklärte dem personal auf Englisch, dass er eine Nudelsuppe haben wollte. Also Nudeln, Suppe und Hänchen. Ich dachte mir schon so meinen Teil, weil das nun überhaupt nicht auf der Karte stand und man in Taiwan sowieso immer ganz vorsichtig sein sollte, was man bestellt (Namen können trickig sein: So gibt es hier zum Beispiel feinste Unterscheidungen zwischen Fleischnudelsuppe mit Fleisch und ohne. In beiden Namen ist „Rindfleisch“ drinne und ich kriegs bis heute noch nicht auf die Reihe, was nun was ist. Meistens frag ich dann also dumm: „Ist das die mit Fleisch und Nudeln?“ Und nehm die dann ^^)

Papa bekam dann auch seine Nudelsuppe mit Hänchen – nur eben in Einzelteilen: Er bekam Nudeln, ne Suppe und nen Teller Hähnchenfleisch. ^^ Was haben wir gelacht! Aber man konnte sich ja nicht beschweren, ne? Es war ja schließlich alles Bestellte da haha

So gestärkt bestiegen wir dann den Bus und purzelten an der heißen Schwefelquelle wieder heraus. Ich sage mal nur so viel: Von weitem is schön, von Nahem rumorte dann mein Mittagessen ^^ Is aber schon irgendwie krass, wenn direkt vor einem der Boden blubbert…. Und dann noch nach faulen Eiern stinkt.
schon von so weit weg wars wirklich nicht angenehm...

Weniger geruchsintensiv war unser 2. Stopp: die kalte Quelle (also es hat schon immer noch gerochen, aber nicht gaaaanz so schlimm ^^ Die Quellen im Yangmingshan sind größtenteils alle Schwefelquellen, da kann man nix machen!) Den Wasserfall haben wir leider nicht mehr besuchen können, aber nicht, weil wir keine Zeit mehr hatten oder so, sondern weil der Busfahrer einfach mal nicht angehalten hat, worüber ich mich hinterher noch mit wildfremden Taiwanern aus demselben Bus aufgeregt habe ^^ Das war ein Brot! Aber wir sind ja Ausländer, wenn wir den Knopf drücken wollen wir ja nicht unbedingt raus, wir drücken nur so gerne Knöpfe! (Ich könnt mich immer noch aufregen….) War aber alles nicht so schlimm, denn so sind wir noch ein wenig durch den Park geschlendert und haben ganz zum Schluss sogar, durch Zufall noch die Getränkefrau, die immer vor dem Sprachenzentrum steht getroffen. Mit ihr sind wir dann zurückgefahren und noch auf den Nachtmarkt in Shilin. Also wenn ich meinen Eltern bis dahin noch kein Nachtmarkt-feeling vermitteln konnte, spätestens DANN sollten sie es gehabt haben. ^^ Viele Leute ist ja noch untertrieben. Unsere Begleitung war auf dem Weg zu einem Stinketofu-Stand, den ihr ihr Sohn empfohlen hatte, Mama und ich aßen dann lieber Fleischbrötchen… ^^ Den Abend fielen wir, wie fast jeden Tag total erschöpft ins Bett. Den Tag zuvor hatten wir ja schon unsere Fahrkarten gekauft und am Donnerstag sollte es dann auf die große Reise gehen.


Und rechts: Warum Blumen pflanzen, wenns auch Kohl sein kann? ^^

 

 

Donnerstag also in aller Frühe (8.30 Uhr wäh) fuhren wir mit dem High Speed Express von Taipei nach Tainan, was wie der Name schon sagt im Süden der Insel liegt. Tainan ist ja laut meinem Reiseführer (Adios, Taipeibroschüre!) die Stadt der Tempel und da Papa außer dem Wunsch nach Technikzeugs und Schuhen, sich auch nach typisch taiwanischen tempeln sehnte, fuhren wir also nach Tainan. Ich wollte ja sowieso mal mit der Hochgeschwindigkeitsbahn fahren, auf die Taiwan so stolz ist. Und was soll ich sagen? Das Ding sit wirklich schnell! 10.13 Uhr kamen wir bereits in Paradies der Tempelfans an und nahmen den Bus in die Innenstadt, auf der Suche nach Mittagessen und unserem Hostel. Das Hostel hieß 英王 (Yingwang) und ich kann es nur weiterempfehlen! Nach kurzer Erfrischungspause ging es dann also los: Der Tempelmarathon. Oha. Also laut meinem Spickzettel haben wir gesehen: Das Fort Provinzia, einen Kriegsgott-Tempel, einen Mazu-Tempel, den Wu-Garten und die Stadthalle, das Nationalmuseum von außen (hihi), den Konfuzius-Tempel (da war auch die Martial Arts Schule um die Ecke, aber da sind wir dann doch nich hin… Schade eigentlich ^^) und das Große Südtor. Mal ganz ehrlich: Ich habe alles fleißig fotografiert und könnte jetzt sicher auch noch Informationen zu jedem einzelnen Tempel etc. raussuchen, aber irgendwann sehen eben alle Tempel gleich aus. Genau, wie man sich in Deutschland Kirchen anschaut und irgendwie sinds dann auch nur Kirchen. In etwa so. Jedenfalls sind wir eeeeewig rumgetappt und haben ganz viel gesehen. In einem der Tempel wurden auch gerade die Wandgemälde restauriert – Von deutschen Kunststudenten ^^ Das war auch lustig! Die Welt ist eben klein haha Abends wollten wir dann eigentlich noch zum Fort rausfahren (is ja alles mächtig von den Portugiesen geprägt, denn die haben Taiwan ja „entdeckt“, deswegen auch der Name „Illa Formosa“ – „Schöne Insel“ und spezielle in Tainan haben eben viele historische Sehenswürdigkeiten portugiesische Namen.), aber dieser Plan wurde vom Nichterscheinen des Busses vereitelt. Und wir waren auch müde und hungrig und am nächsten Tag wollten wir ja zeitig raus, um mit dem Hochgeschwindigkeitszug weiter nach Gaoxiong zu fahren (yeah!!!!). Als sind wir dann wieder quer durch die Stadt zurück getappt und haben sogar noch eine lokale Spezialität, die in meinem Reiseführer verzeichnet war, ausfindig gemacht und ausprobiert. Wenn ich mich jetzt noch erinnern könnte, was das war…. Mama, Papa: Wisst ihr das noch? Es war also nichts weiter Besonderes, deswegen auch keine Erinnerung daran. Was mir aber in guter Erinnerung geblieben ist: Meine Füße. In unbeschreiblicher Weisheit hatte ich ja keine Turnschuhe angezogen (oder überhaupt mit nach Tainan mitgenommen), weil es im Süden ja sehr warm ist und ich nicht umkommen wollte. Naja. Um kam ich trotzdem, denn meine tollen Ballerinaschühchen (Teufelsdesign! Sowas…) drückten nicht oder rieben oder irgendwas, nein, die Sohlen sind einfach ziemlich dünne. Und nachdem wir sowas von unbeschreibliche Wegstrecken hinter uns gebracht hatte, da taten mir einfach die Füße weh. Allerdings gings in Tainan ja immer noch.
Und immer fein die Hände waschen! ^^
Fort Provintia war tatsächlich direkt hinter dem Hostel ^^
Gaaaanz niedliche Opfergaben
Die beiden starrten sich an.... irgendwie unheimlich...
In Stadthalle & im Konfuzius Tempel

Das große Südtor
  Ich finde ja, dass wir auch in Deutschland mindestens noch im Frühjahr Weihnachtsbeleuchtung haben sollten ^^ Sieht doch hübsch aus!

 

Viel schlimmer wars dann am Freitag in Gaoxiong. Das ging gegen Abend soweit, dass ich wirklich nur noch gehumpelt bin (Schammeeeeerz!!!!). Wenn einen schon die eigenen Knochen drücken, wird’s bedenklich (und nein! SO dünn bin ich nun auch wieder nich mehr haha).

Gaoxiong war viel Gelaufe, aber Gaoxiong war toll! Als 痞子英雄-Fan (eine taiwanische Fernsehserie) konnte ich mir Gaoxiong doch nicht entgehen lassen (albern, ich weiß, aber schließlich hats mich ja nur nach Taiwan verschlagen, weil ich solche Serien mag, ne? ^^) Alles in allem hätte man glatt 2 oder 3 Tage aus unserer Gaoxiong Tour machen können, wenn man sich mal anschaut, was für so alles besichtigt haben. Los gings ja um 8.18 Uhr vom Bahnhof in Tainan (dafür mussten wir um 5.45 Uhr aufstehen, weil ja noch Busfahrt und so…. Wääh!) und um 8.30 Uhr waren wir schon in Gaoxiong. ^^ Das ging schnell. Nachdem wir uns schon wieder etwas verfranst hatten auf dem Bahnhof wurden wir von einem Kleinbustaxifahrer kostenlos zum „nahegelegenen“ Lotussee gefahren. Eigentlich wollten wir das „Stückchen“ ja laufen, aber Gott sei Dank mussten wir das dann ja doch nich. Ein netter Mensch, der Taxifahrer. Von da an haben wir uns die Sehenswürdigkeiten rund um den See angesehen (also nur auf einer Seite, der See is riesig!). Gesehen haben wir den Konfuziustempel (die gibt’s auch wie Sand am Meer), die Himmelsgottstatue und die Drachen- und Tiger- Zwillingspagoden.
Der Konfuzius Tempel
Der Himmelsgott
Lotus am Lotussee ^^
Damit der Besuch der Drachen- und Tiger-Zwillingspagoden auch Glück bringt, muss man erst über die Zick-Zack-Brücke gehen und dann durch den Drachen und durch den Tiger wieder herauskommen. ^^ haben wir auch gemacht ^^

Danach sibnd wir zum Bahnhof gelaufen und von dort in die Stadt gefahren. Von der Gaoxiong Main Station gings dann per MRT weiter. Das is in Gaoxiong ganz angenehm: Die haben da nur eine Ost-West- und eine Nord-Süd-Linie. Verfahren is da nich so ^^. Na jedenfalls mussten wir für mich kleinen Freak ja noch einen Zwischenstopp machen am Formosa Boulevard. Denn da ist der Dome of Light mitten in der U-Bahnstation. Ein Schauplatz von
痞子英雄 in der allerersten Folge. Aber auch für Nicht-Fans ist das recht schön anzusehen. Schaut selbst:
Hübsch, nicht wahr?

Anschließend sind wir Richtung Westen gefahren und am Liebesfluss entlang getappt. Auch ein Drehort von – naja, ihr wisst schon ^^ Da gabs auch jede Menge zu sehen und das Wetter war ja BESTENS –sodass wir uns alle einen Sonnenbrand geholt haben haha Aber egal. Zum Tuntex Sky Tower sind wir nicht gegangen, das ist das Wahrzeichen Gaoxiongs, ähnlich wie das 101 in Taipei. Nachdem wir also wieder eeeeeewig gelaufen waren und unterwegs verirrten Iren den Weg gewiesen hatten, war es auch schon wieder Mittag und die Suche nach dem auf meiner Karte eingezeichneten Restaurant begann. Die führte uns auch an einer riesigen Luxusyacht vorbei und später durch verwinkelste Gässchen. Ich machs kurz: Wir wussten zwar zum Schluss, wos is, aber die hatten schon zu…. Also gabs dann am Ferry Pier nur eben mal Nudeln ^^

Laternenfestival in Gaoxiong
Das Kunstviertel
Der Tuntex Sky Tower

Anschließend sind wir auch mit der Fähre auf die Insel Cijin übergesetzt (ich HASSE Boote…. Urgh) und dort noch etwas durch die Gegend flaniert. Aber wir schauten uns letzten Endes den Leuchtturm und das Fort nur von Weitem an, einen Mazu-Tempel haben wir aber noch mitgenommen haha Die sind auch omnipräsent …

Und ich sage euch: Dem Fisch ist schlecht!!! XD

Das rechts ist der riesigste Betelnuss-Spucke-Fleck, den ich finden konnte ^^
Leuchtesternenbilder in einem Tunnel Richtung Strand


Nach der Rückfahrt mit der Fähre haben wir dann noch ein Eiskunstwerk gegessen. Dies Art Eis ist in Taiwan ganz alltäglich: Geschabte Eiswürfel und dann obendrauf Obst und Soße und vielleicht noch Sahneeis.
Mjammjam.

Mjammjam. Weil wir noch etwas Zeit hatten sind wir noch zum Central Park gefahren. Und siehe da: NOCH ein Drehort… (Hasst mich bitte nicht ^^). Das war unerwartet und deswegen besonders toll. Ich könnt euch jetzt die Beudeutung dieser Rolltreppe und des Wasserfalls in der Serie ganz genau erklären, aber ich lass das einfach mal ^^ Ich war übrigens nicht die Einzige Verrückte, die unbedingt vor dieser Rolltreppe ein Foto machen musste: Ein kleines Mädchen (vielleicht 8?) mit seiner Mama und etwas –öchöm- ältere Frauen wollten sich auch davor verewigen. ^^ Diese Serie hat Fans in allen Altersklassen. Also noch einmal: Wer die noch nicht gesehen hat: Aber DALLI!
Wenn Gaoyi da wirklich seine Superdroge reingeschüttet hätte...

Und dann wars auch gut. Meine Füße waren…. tot. Und wir irgendwie auch. Also nur zum Bahnhof zurückgeschleppt, Rucksack aus dem Verwahrdienst abgeholt und dann zu nem HotPot gehumpelt. Und dann nach Hause. Sooooo toooooot! Ihr könnt euch das gar nicht vorstellen. Aber ich habe meine Lektion ja nun gelernt.


Da war was los! – Der Februar in Häppchen ^^

Hallo und da bin ich wieder! Ein herzliches Willkommen an alle meine Leser! Letzte Woche waren wir ja schon so gut wie im Februar angekommen. Kaum zu fassen, was? Das sind dann also nur noch –äh- fast 5 1/2 Monate aufzuholen ^^ Ein Kinderspiel. Haha… ohje.

Der Februar begann für mich erst einmal mit meinem Auszug aus dem Wohnheim (Gott sei Dank!) und Einzug in meine jetzige WG auf der Nordseite des Campus. Ich hatte mir tatsächlich auch nur eine Wohnung angesehen und bin 4 Tage später schon eingezogen. Das war auch so ne Aktion…. Umzug im Taxi XD aber zum Glück hat mir Eunice geholfen. Sonst hätte ich statt 2 Mal vielleicht doch 4 Mal hin- und herfahren müssen. ^^ Ich habe 2 Mitbewohnerinnen: Eine Taiwanerin (Carol bzw. 千惠) und ein Amerikanerin (Alyson). Mit Carol verstand ich mich auf Anhieb bestens, aber ich bin auch der festen Überzeugung, dass der Mensch, mit dem sie NICHT klarkommt erst noch geboren werden muss. ^^ Mit Alyson hingegen hatte ich einige Anlaufschwierigkeiten… Nicht, dass wir uns richtig gestritten hatten, aber irgendwie fühlte ich immer…. Naja, negative Energien eben. Und ehrlich gesagt ist sie auch etwas eigen ^^ Aber das bin ich ja auch, also haben wir uns mittlerweile auch ganz gut zusammengerauft. Sehr interessant ist auch unsere Übermieterin (im eigentlich illegalen 5. Stock). Sie heißt Britta (auch Taiwanerin) und ist wirklich sehr lebenslustig. Eigentlich wohnt sie fast schon bei uns (ist Carols beste Freundin). Zu Anfang hatte sie noch 2 Mitbewohnerinnen, eine aus Belgien und eine aus Holland, glaub ich, jedenfalls haben die beide holländisch gesprochen. Die sind mittlerweile wieder nach Hause zurück und Britta renoviert derzeit ihre Wohnung. Soweit also zu meiner neuen Bleibe, von der ich im Februar wirklich nicht viel mitbekommen habe, aber dazu gleich mehr. Hier ein paar Bildchen. Mittlerweile ist alles etwas bunter bei mir im Zimmer, aber so sahs am Anfang aus.


Ja, die Wohnung liegt in einer kleinen Gasse ^^ Sehr (un-)heimelig.

Das Wohnzimmer ist schon recht riesig. Um so kleiner wirkt dagegen mein Zimmerchen. Diese monströse Klimaanlage, die da über meinem Bett gaaaanz professionell in das Fenster eingebaut ist, die ist übrigens tierisch laut. Als ob das Bett vibriert XD

Jetzt sind wirklich schon viel mehr Bildchen an den Wänden, auf dem Foto wirkts noch etwas kahl. Und zu guter Letzt noch DAS Prachtstück: Die Küche. Dahinter die Tür führt übrigens zur Waschmaschine.

 

Ich hatte also im Februar nicht wirklich viel Zeit, um meine Wohnung oder meine Mitbewohnerinnen kennenzulernen. Und das kam so, weil ich, nachdem ich all das Wirrwarr um meinen Praktikumsplatz und mein Visum klären konnte, erst einmal zu meiner Gastfamilie fürs chinesische Neujahrsfest in das Umland von Taipei gefahren bin. Ich möchte diesen Teil mal etwas abkürzen, weil wirklich nicht viel passiert ist. Den ersten Nachmittag verbrachte ich bei meiner Gastfamilie im Haus, zu Gast war gerade auch noch eine Freundin meiner Gastgebertochter aus Taizhong, die sie in Shanghai kennengelernt hatte. Das einzig Erwähnenswerte an diesem Abend war eigentlich nur, dass besagte Freundin aus Taizhong sich damals gerade für eine Uni in Deutschland entscheiden musste. Sie hatte die Wahl zwischen einem Semester an einer renommierten und von ihrem Professor empfohlenen Uni oder einer weniger bekannten, dafür aber für 2 ganze Semester. Tja. Sie geht jetzt ein Jahr. Und spricht noch kein Wort Deutsch. ^^ Good Luck, würd ich da mal wünschen, ne? Wenn sie dann in Deutschland, genauer gesagt in Sachsen Anhalt ist, werde ich sie wohl auch mal besuchen gehen. Das wird lustig! Haha Taiwaner, völlig unvorbereitet in Deutschland…. Was ein Fest!
Hier das Mädel aus Taizhong, meine Gastgebertochter und... (wie kann man nur so unmöglich auf einem Bild aussehen??? Hatte ich damals schon nen Spiegel? XD)

Im Großen und Ganzen war meine Gastfamilie sehr, sehr nett. Den Vater hab ich kaum gesehen, weil der ständig mit den Hühnern beschäftigt war…. ^^` Lediglich der Sohnemann ging mir etwas auf die Nerven, aber das haben kleine Jungs so an sich, nicht wahr, Uwe? ^^ Die jüngere Schwester wusste anfangs nicht, dass ich Chinesisch sehr wohl des Chinesischen mächtig bin und meinte nur bei meinem Anblick: „Was will denn das Alien hier?“ ….. Im Ernst. Ich kann ja mit dem Wort „Ausländer“ leben, aber 外星人 (waixingren – wörtlich Außerirdische) bin ich noch lange nicht. Ich hab dazu nichts gesagt. Und später, als sie mich über Vor- und Nachteile von renommierten und weniger renommierten Unis in Deutschland diskutieren hörte, tuschelte sie ihrer Schwester zu „Die spricht ja Chinesisch!“ … Von da an war sie seeeeehr schüchtern. Wahrscheinlich auch, weil sie realisiert hatte, dass ich ihre unhöfliche Bemerkung von vorher sehr wohl gehört, aber Ladylike ignoriert hatte. 1 zu 0 für mich ^^

 

Den Freitagmorgen sind wir dann alle nach Taizhong gefahren. Zu den Großeltern in Yunlin….  Die kein Chinesisch sprechen…. Nur Taiwanisch eben…. Jaja. Es war wirklich sehr ländlich dort, noch so mit Klo draußen und man kann nicht aufrecht stehen im Bad (unter der Treppe), überhaupt wohnt man in einer Garage: es gibt keine richtige Eingangstür, sondern nur so eine Schalllose (schreibt man das so?) zum runterziehen, wie das fast alle Garagen und die meisten Geschäfte haben. Und irgendwie wohnlichen Bodenbelag sucht man dann im Wohnzimmer auch vergebens. Wohnliche Atmosphäre (inklusive wohnliche Temperaturen) übrigens auch… Naja. Jedenfalls war es von da an dann NOCH langweiliger. Versteht mich nicht falsch, ich will nicht undankbar klingen, aber ich hatte mir doch etwas mehr erhofft. Zumindest, dass nicht nur geschlafen wird (tagsüber!!!) und ansonsten rumgehangen. Ja. Und der Gast sitzt dann eben im gemeinschaftlichen Schlafraum rum (weils da nicht so eisig kalt war, denn es gibt ja keine Heizungen, ne?), guckt den Gastgebern beim Schlafen zu, atmet dicke Schwaden Räucherstäbchenrauch ein, liest Buch und fragt sich, was sie hier zur Hölle macht. Mal ehrlich. Das war NOCH langweiliger, als alleine zu Hause zu sitzen und Serie zu gucken oder sonst was. Ich weiß mich schon alleine zu beschäftigen. Aber ich wollte ja uuuuunbedingt authentische, taiwanische Familienkultur zum Neujahr erleben. Naja. Sagen wirs mal so: Hätte ich das nicht gemacht, dann würde ich der Gelegenheit wahrscheinlich ewig hinterher heulen. So weiß ich jetzt, dass Taiwaner eben nicht wirklich irgendwas tun zu Neujahr, außer schlafen, essen, Essen kochen, Tempel besuchen, Karten spielen (hab auch eins gelernt, aber schon wieder vergessen ^^) und Fernsehen schauen. Überhaupt wurde irgendwie den ganzen Tag dasselbe gegessen: Zum Frühstück eben alles Fleisch und Gemüse und so kalt, zu Mittag aufgewärmt mit ein wenig neuen Speisen und zum Abend nochmal denselben Schmus. Ich habe gelernt, dass ich frühmorgens genauso wenig Darm essen kann, wie mittags oder abends… Anderes geht schon, Gemüse oder so und Reis (und noch sowas ganz leckeres, dessen Name ich aber leider vergessen habe haha). Am Montag (15. Februar) fuhren wir noch etwas weiter zu den Großeltern mütterlicherseits. Die –oh surprise!- auch kein Chinesisch sprechen. Da war dann auch so ne Horde Kinder, auch irgendwie Verwandtschaft, was dann also erst einmal ewiges Angestarre bedeutete. To-oll. Eines von den kleinen Mädchen ging mir besonders auf den Keks. Die stellte sich immer direkt vor mich und gaffte. Da half auch in ne andere Richtung drehen nix, die kam einfach hinterher. Und dann die Frage, warum denn meine Augen blau wären…. Ja was antwortet man da? „Warum sind deine denn braun?“ Wusste sie dann auch nich, grinste mich an und von da an verstanden wir uns etwas besser. Abends sollten wir dann noch Karaoke singen, im heimischen Wohnzimmer. Naja. Ich hab nich wirklich was gesungen, das hat meine Gasttochter ganz gut übernommen. Gott sei Dank war mir an dem Abend schon klar, dass ich den nächsten Tag mit dem Bus wieder nach Hause nach Taipei fahren würde. Ehrlich gesagt wollte ich nichts wie weg. Irgendwie kommt es mir so vor, als ob wir in Deutschland mehr machen an Festtagen. Irgendwie is mehr los. Und ich würde mir definitiv auch mehr Mühe geben, den Gast zu unterhalten. Wir waren auch mal nen Nachmittag im Kino und etwas auf der Straße rumlaufen und kurz auf nem Nachtmarkt. Aber naja. Ansonsten lagen halt alle nur rum und haben geschlafen, vor allem meine Gasttochter. Toll. Wie dem auch sei. Ich habe mich viel gelangweilt und den Rest der Zeit sehr unwohl gefühlt (weil angestarrt…). War dann also froh, Dienstagabend, nach stundenlanger Busfahrt endlich wieder in Taipei angekommen zu sein.

"Du musst die Rübe reiben! Das bringt Glück!" - Besuch im Tempel des Landwirtschaftsgottes ^^

 

 

Mittwochmittag bin ich dann zum Flughafen gefahren, meine Eltern abholen. Ich fand das ja toll! Das war ne echt lustige Zeit! Am Anfang war das ja eigentlich mehr als Gag gedacht, als ich noch in Deutschland meinte, dass mich meine Eltern unbedingt besuchen sollten. Nicht, dass ich sie nicht gerne hier gehabt habe, aber ich hätte eben nie gedacht, dass sich meine Mama wirklich dazu überwinden kann, hierher zu fahren. Hat sie dann aber letzten Endes doch und ich hoffe auch, es hat sowohl ihr, als auch Papa einigermaßen gefallen hier (auch wenn wir wirklich vor lauter Rumgetappe kaum was von der einheimischen Küche mitbekommen haben haha). Nachdem wir uns also recht problemlos auf dem Flughafen gefunden hatten, mit dem Bus zurück nach Taipei gefahren waren und dann im Hotel eingecheckt hatten, gings erst einmal auf Nahrungssuche. Das gestaltete sich doch als schwieriger, als anfangs gedacht. Ich hatte zwar gerade eines der mitgebrachten Löffeleier gegessen, aber Mittag wäre eben doch nicht ganz verkehrt gewesen. Aber es war ja immer noch Neujahr. Und damit 90% der Geschäfte und Restaurants geschlossen und die Straßen menschenleer. ^^ Wir sind dann aber doch noch gleich um die Ecke bei meiner Wohnung fündig geworden: Es gab Lamian (gezogene Nudeln) Nudelsuppe. Die Nudeln werden in dem Laden nämlich vor den Augen des Kunden gemacht, was mich beim ersten Mal doch recht erschreckt hat, weil ich auf plötzliches, geräuschvolles Aufschlagen von Nudelteig auf Arbeitsplatten nicht so ganz vorbereitet war. Es war auch ganz niedlich mit anzusehen, wie meine Eltern sich mit den Stäbchen anstellten. ^^ Nudelsuppe mit Stäbchen…. Anfänger sollten es wirklich wie meine Mama machen: ERST die Suppe löffeln und DANN versuchen die Nudeln mit den Stäbchen aus der Schüssel zu heben. So spritzt man sich nicht ganz so arg voll haha

Wegen des miesen Wetters (kalt und nass, und eben keine Heizung…) Wurde aus der Campustour auch nicht allzu viel, sodass wir uns dann erst einmal in mein Lieblingscafe und anschließend zum Skypen in meine Wohnung flüchteten. Hier die Bildchen ^^

Meine Eltern (glücklich?) in Taiwan angekommen - und eine Katze, die weiß, wos schön warm ist ^^
Und noch mehr Kätzchen (ich hätt ja noch sooo viele Bilder ^^)

 

 

Den Donnerstag begann dann unser Martyrium. Laufen. Viiiiiel laufen. ^^ Zuerst sind wir zur Taipei Main Station, denn die muss man ja wohl gesehen haben! Anschließend wollten wir ins Nationale Palastmuseum, aber das sollten wir noch einige Male vertagen haha. Wie dem auch sei: Nachdem wir einige Zeit am Shinkong Mitsukoshi (Einkaufszentrum) an der Taipei Main Station rumstanden und darauf gewartet haben, dass um 11 dann endlich mal geöffnet wird (jaja, die Deutschen müssen sich auch im Urlaub mit zeitigem Aufstehen stressen ^^) und uns an den bunten (japanischen) Kuriositäten ergötzt hatten (ich sag nur: Bunte, solarbetriebene Plastikblume….haha), mussten meine Eltern erst einmal an einem der zahlreichen Basketballautomaten mit mir spielen ^^ Ich kann mich gar nicht entsinnen, wer gewonnen hatte. Nachdem Papa dann doch nichts im Technikparadies im Shinkong gefunden hatte, tappten wir noch mehr oder weniger planlos in der unterirdischen Mall rum (ich kam natürlich nicht an meinem Lieblings-CD-Laden vorbei, ohne mir was zu kaufen…. U.U), fanden immer noch keinen roten Neujahrs-Plüschtiger für Oma (den hatte sie in einer Zeitung in Thüringen gesehen und wollte nun unbedingt so einen haben. Was sich aber als nicht ganz so einfach gestaltete…) und fuhren dann von der Zentralstation aus gen Norden bis zur Station Zhishan. An dieser Stelle möchte ich alle Reisenden warnen: Wenn ihr euch, wie wir auch an den Wegbeschreibungen der tollen, kleinen Informationsbroschüren in der Metro orientiert, plant immer MINDESTENS die doppelte Zeit ein, die auf der Broschüre steht. Und schaut den Weg vorher nochmal im Internet oder im Stadtplan nach…. Ich hatte ja auch noch nicht allzu viel in Taipei gesehen und deswegen so einen tollen Taipeiführer zu Rate gezogen. Naja. Da stehen schon so schön Reiseziele und alles drinne. Da musste ich dann nich abends immer noch was recherchieren, sondern konnte einfach mit meinen Eltern fein Film gucken oder Karten spielen oder was auch immer. Tjaja. Meine Faulheit brachte uns schon an dem Tag in Schwierigkeiten. Denn glücklich an der U-Bahnstation angekommen, irrten wir, dank der etwas schwammigen Wegbeschreibung meiner Broschüre, einige Zeit umher, bis wir nach mehrmaligem Nachfragen und noch mehr Umhergeirre endlich die richtige Busstation gefunden hatten. Die Menschen hier sind wirklich hilfsbereit! Hätten uns die netten Besitzer eines Fahrradladens nicht den richtigen Bus gesagt, wir hätten das Revolving Restaurant nie gefunden… haha Das war nämlich unser Ziel: In das zich Meter hohe, sich um die eigene Achse drehende Restaurant zu fahren, die (etwas verregnete) Aussicht zu genießen und dann noch ins National Palace Museum zu fahren. Naja. Auch hier mache ich unsere Weltreise etwas kürzer, als sie tatsächlich war: Wir haben es dann nicht mehr ins Palastmuseum geschafft. ^^ Denn Nach der Busfahrt sind wir noch weiter umhergeirrt, immer das riesige, gut sichtbare Restaurant im Blick. Man sieht es, kommt aber irgendwie nich hin. 10 Minuten oder Ähnliches, stand in meiner Broschüre. Ja. Klar doch. Nachdem wir auf einem Baseballplatz in einem Cafe nachfragten und die Bedienung sogar für uns im Restaurant anrief und nachfragte, ob die denn heute überhaupt geöffnet hätten (jaja, ich war gut vorbereitet, ich weiß schon), tappten wir noch eeeeeewig eine schier eeeeeendlose Straße entlang, bis wir schließlich in dem Restaurant ankamen. Also irgendwas stimmt mit der Broschüre nicht. Ich schwöre! Das Restaurant in 120 Meter Höhe war dann wirklich sehr nett, man hatte die Wahl zwischen Hummer, Hummer oder Hummer. ^^ Es gab auch x Gänge (und recht nervige Hintergrundmusik in Dauerschleife) und man musste darauf achten, dass man nichts neben dem Fenster ablegt, weil man das dann (wegen der Selbstrotation) erst in ungefähr einer Stunde wiedersieht ^^ Es war, alles in allem schon nicht schlecht, aber das nächste Mal nehme ich definitiv ein Taxi. Das taten wir dann auch auf der Rückfahrt, bis zur nächsten U-Bahnstation. Da wir ja schon keine Zeit mehr fürs Palastmuseum hatten (und das NOCH mehr laufen bedeutet hätte) fuhren wir ins Szeneviertel Ximen, mussten dann aber feststellen, dass „Die Froschprinzessin“ leider überall nur auf Chinesisch in den Kinos läuft. Mh. Die Filme hier sind ja immer in Originalsprache, nur eben die Trick- und Kinderfilme nicht. In einigen Kinos laufen die dann auch in Originalsprache, aber in dem Kino, in dem wir nachgeschaut hatten eben grade nicht. Tja. Also nur noch ein wenig rumgetappt und dann DVD („Up“) im Hotel geschaut ^^ Auch gut!
 


Der darauffolgende Freitag lief dann etwas beschaulicher an und auch aus. ^^ Wir waren eben doch ziemlich geschafft vom Vortag und das Wetter war ja nach wie vor nicht, was man sich so unter Urlaubswetter vorstellt. An besagtem Freitag also erwachte ich zum Duft von Honigtoast….. XD JAJAJAJAJA!!!!! Ich war völlig traumatisiert von mehreren Monaten schlabbrigem, ungetoastetem Toast im Wohnheim. Aber nun hatte ich ja endlich einen Toaster haha – Also der war schon da, als ich einzog, aber egal, ne? ^^ Nachdem ich, wie auch am Vortag, meine Eltern vom Hotel abgeholt hatte, gings auf ins Wufenpu. Das ist ein Modeviertel im Osten der Stadt, dass, wie wir dann auch feststellen sollten, Vormittags noch nicht wirklich geöffnet ist. ^^ Jaja. Die Deutschen. Bei einem späteren Besuch zusammen mit Eunice sollte ich noch feststellen, dass man in besagtem Viertel sowieso nichts anprobieren darf, was den Klamottenkauf nicht unbedingt vereinfacht… tjaja. Im Großen und Ganzen ist Wufenpu eigentlich nur ein etwas größer geratener und auf Kleidung beschränkter Nachtmarkt. Nacht… Nicht Vormittag…. Aber wenigstens gabs dort auch noch einen kleinen Tempel, den wir Touris dann auch gleich fotografieren mussten. ^^

Anschließend gings in den Xinyi Bezirk, da, wo auch das 101 steht. Wir waren ja ursprünglich ins Wufenpu gefahren, weil Papas Schuhe durch einen Riss in der Sohle nicht mehr wirklich wasserdicht waren, was sich natürlich im Februar in Taipei nicht so besonders gut macht…. Also stürmten wir die diversen Shinkongs in Xinyi, immer auf der Suche nach Schuhen für Papa, oder eben auch mal auf der Suche nach Papa, der plötzlich verschwand… Und ihr werdets sicher kaum glauben, aber wir haben TATSÄCHLICH Schuhe für ihn gefunden!!!! Ist das zu glauben? Ich greif mal vor: Sie haben dann gerieben (oder gedrückt), was das viele Laufen in den darauffolgenden Tagen für Papa sicher trockener, aber etwas schmerzhafter werden ließ. ^^ So ist das manchmal.

Anschließend wollte ich meine Eltern eigentlich in ein gaaaaanz tolles Restaurant im Sogo in der Nähe meiner Wohnung entführen (das Dim Taifeng – lecker Xiao Longbao!), aber nachdem wir dort angekommen vor der Wahl standen, jetzt eine Stunde anzustehen oder uns ein anderes Restaurant zu suchen, gingen wir in das oberste Stockwert des Fuxing Sogo und aßen Hong Konger Dimsum (Bällchen! Haha). Das war auch seeeehr lecker und anschließend haben wir uns noch an knallbunter Hundebekleidung erfreut ^^ Hunde tragen hier nämlich Klamotten, teilweise sogar Schuhe. Ich kann ja verstehen, dass man im Taipeier Dauerregen dem Hundi ein Regencape aufsetzt (nasser Hund stinkt eben und wird auch NOCH schneller dreckig), aber ihm Krönchen aufzusetzen und quietschende Schühchen anzuziehen entzieht sich dann doch meinem Verständnis….

Nachdem wir uns im Strabucks noch einen Caramel Frappuccino gegönnt hatten (wer das noch nicht probiert hat: RAN!) haben wir uns dann abends im Hotelzimmer noch köstlich amüsiert: „Drück doch mal drauf!“ Ja. Hab ich dann auch gemacht. Man sieht ja nicht alle Tage so eine Klobrille mit zich Knöpfchen. Tja. Und dann kamen alle Mann schreiend aus dem Bad gerannt, weil da so ein Kecker Wasserstrahl aus dem Klo gespritzt kam ^^ Technik ist manchmal schon ganz witzig, ne?

 

Am Samstag haben wir es dann endlich mal ins Palastmuseum geschafft. Drinnen darf man ja nicht fotografieren, deswegen auch keine Bilder. Ich hab ja in einem früheren Blogeintrag schon einmal betont, dass ich generell nicht sooooo der Museumsfan bin, da ist das Palastmuseum auch keine Ausnahme. Wir sind also, diesmal überdacht ^^, wieder viiiiiiel zu viel gelaufen, haben ein paar „Kohlsouvenirs“ gekauft (das Hauptausstellungsstück ist ein riesiger geschnitzter Kohl aus Jade ^^) und anschließend nur nach Gongguan (mein ehemaliges Wohnviertel) gefahren, um im Tamagoya zu essen. Auch die Kinos in Gongguan hatten leider keine englische Froschprinzessin im Angebot, also sind wir nur etwas durch die Gegend geschlendert und haben mein ehemaliges Wohnheim besucht.


 

Am Sonntag statteten wir dem Yademarkt in der Nähe meiner Wohnung einen Besuch ab. Ich find das immer toll: soooooo viel Zeug – aber irgendwann sieht immer alles gleich aus XD. Aber es ist eben schon ein Muss, wenn man nach Taipei kommt. Man MUSS dort auch mindestens EIN Souvenir kaufen, was wir auch gemacht haben. ^^ Zum Mittag gabs dann das erste Mal (für meine Eltern) HotPot, in dem Laden, in den uns Jessica immer entführt hatte und den ich Gott sei Dank auch wiedergefunden hatte (eigentlich ist der auch direkt vor meiner Haustür haha). Wer schon mal HotPot gegessen hat, der weiß, dass das einige Zeit in Anspruch nehmen kann und so haben wir es dann natürlich auch nicht mehr in den Zoo geschafft. Stattdessen fuhren wir zur Chinag Kaishek Memorial Hall. Da gabs in der U-Bahnstation eine Gemäldeausstellung mit Frauenprotraits und anschließend auf dem Platz vor dem Nationaltheater eine Kostprobe einer spanischen Theatertruppe unter freiem Himmel und wir durften sogar das Flaggeeinholen am Abend miterleben (das war witzig haha). Zur richtigen Vorstellung am Abend sind wir allerdings nicht mehr geblieben, es war einfach mal zu kalt und zu nass, um sich die Beine in den Bauch zu stehen oder auf dem Boden zu sitzen. Abends haben wir uns noch ins Getümmel des Shidaer Nachtmarkts gestürzt, Waffeln gegessen und eeeeeewig für Bällchen angestanden. Aber die sind so lecker, das wars (wenigstens den Mädchen) wert ^^
Nationales Opernhaus und Nationale Konzerthalle
Oben das Ehrentor und Soldaten beim Fahneinholen

Der werte Chiang Kaishek und seine Gedächtnishalle

Die Gemäldeausstellung in der U-Bahn (DIE waren toll!!!!)

Das ist nun die erste Hälfte meines Eintrages. eigentlich wollte ich ja den gesamten Februar euf einmal hochladen, aber da es schon ohne Bilder 10 seiten sind, vertagen wir das erst einmal ^^ Gute Nacht dann!

10. Jul 2010

Und weil ich so blond bin, kommt jetzt gleich noch ein Eintrag….

Ich wollte eigentlich nur Wäsche waschen, nebenbei diesen Blogeintrag abtippen und dann schnell ins Bett. Dann hatte mich das Internet wieder und ich hab sinnlos Zeit vergammelt (kennt ihr sicher auch, oder? ^^) Und da dachte ich mir: Na da hängst du jetzt schnell die Wäsche auf und gehst einfach ohne neuen Blogeintrag ins Bett. Tja. Aber irgendwie riechen die Sportklamotten immer noch… naja. Ohne Waschpulver kann das ja auch nix werden haha Also alles nochmal, wenigstens is jetzt schon schön vorgeweicht. Blonde eben, ne?

 

Aber zurück zum heutigen Thema des schlechten Gewissens. Mir fallen in letzter Zeit immer mehr Sachen ein, die ich mir immer schon vorgenommen habe, aber dann doch nie in die Tat umgesetzt habe. Einiges geht bis in die 10. Klasse am Gymnasium zurück (schon traurig, ne?) aber einiges ist auch noch nicht allzu sehr verjährt. Und damit das mit diesem Blog gar nicht erst soweit kommt, wie mit dem Reisebericht und Fotoalbum aus dem GAP-Austausch, deswegen jetzt hier der Eintrag ^^

 

Ich weiß nicht, ob ich das in einem früheren Blogeintrag schon einmal erwähnt habe, aber Ich hatte ja ursprünglich vor, mir für die 2. Hälfte meines Taiwanjahres in einer Gastfamilie zu verbringen. Nachdem ich mich in meinem einsamen, kalten Wohnheimzimmer (nochmal: Ich wollte mindestens EINE Mitbewohnerin. Aber das war mir nich vergönnt, als Ausländer denken immer alle, dass man ein Einzelzimmer haben will), na jedenfalls in diesem Wohnheimzimmer war ich ja teilweise fast um den Verstand gekommen, weil einfach mal kein Wuhling war und sich nichts Lebendiges außer mir und der gelegentlichen Mücke im Zimmer befanden (und ich sage euch: Die FAHREN Fahrstuhl!!! Bis in den 12. Stock! Ich habs genau gesehen, wie das Biest gemeinsam mit mir ausgestiegen ist! Da nützen dir auch die tollsten Fliegengitter vor den Fenstern nichts haha). Die Suche nach meiner Traum-Gastfamilie gestaltete sich allerdings als recht schwierig. Nicht, dass ich damit Anfang Januar schon angefangen hätte, wer mich kennt, der weiß, dass ich sowas immer mindestens nen Monat vor mich hin brumme und dann auf den letzten Drücker doch mal was mache (hey! Und meistens wird’s dann ja auch noch was!). Nein. Mir fiel das nur gerade wieder ein, weil ich am 16. Januar (einen Samstag) mein erstes Treffen mit meiner Gasttochter für das chinesische Neujahr hatte. Ich wollte ja nur ungern das chinesische Neujahr (DAS Fest schlechthin, wie Yvonne so schön sagte: Ostern und Weihnachten und überhaupt alle Feiertage auf einmal innerhalb einer Woche) alleine in besagtem Wohnheimzimmer verbringen und günstiger weise bekam ich gerade in dieser Zeit der Vor-Angst eine vielversprechende E-Mail über unseren tollen Ausländer-E-Mail-Verteiler: Jedes Jahr erklären sich immer wieder Familien in und um Taipei bereit, die armen, völlig vereinsamten Ausländer über das Neujahrsfest aufzunehmen und mit ihnen so gaaaanz tolle, traditionelle „Man muss sie unbedingt machen, weils dazu gehört“ – na solche Sachen eben unternimmt. Und das wollte ich ja auch!  Also gleich mal dort angemeldet und zack hatte ich auch eine Gastfamilie. Das Treffen an dem Samstag verlief etwas – aehm- stockend. Wir mussten erst miteinander warm werden und 2 Wildfremde, die demnächst zusammenwohnen sollen, naja. Ihr könnt euch das sicher vorstellen ^^ Alles in allem waren wir uns aber doch recht sympathisch und ich wurde schon mental darauf vorbereitet, dass ich dann noch eine jüngere Gasttochter (Gasgebertochter? Wie sagt man das denn?) und einen Gastsohn hätte. Und dass die Familie etwas außerhalb im Taipei-Landkreis wohne. Und dass wir dann noch zu den Großeltern aufs Land fahren würden, die aber kein Chinesisch sprächen und es auch recht ländlich hätten. …. Ich sage dazu jetzt noch nicht mehr. Nur soviel vorab: Es war…. sehr ländlich.

 

Ein recht akutes Problem im Januar war auch mein Visum. Das sollte ja am 31. Januar auslaufen, weil dann auch das Semester an der Taida offizielle beendet sein würde. Was dabei niemanden interessierte, war, dass ich eigentlich primär wegen der Chinesischkurse an der Taida eingeschrieben war und die gingen noch bis zum 5. Februar. Man muss sich das so vorstellen: Es gibt da die Uni, so ganz normal mit Semester und sowas, da habe ich meinen Marketingkurs und noch einen anderen Kurs belegt, und dann gibt es das Sprachenzentrum, was auch zur Taida (der Uni) gehört, aber keine Semester hat, sondern Quartale. Und überhaupt gehört es dazu, aber eben auch nicht, weil alles unabhängig von der Uni läuft. Die Leute bei der Visumsstelle sahen das leider auch so und meinten, ich könne dann eben nur ausreisen und ein neues Visum beantragen. Naja. Toll, ne? Als ob ein Praktikum zu finden nicht nervenaufreibend genug gewesen wäre. Nein. Und fürs Praktikum bräuchte ich ja dann auch ein anderes Visum und überhaupt müsste ich da nochmal ausreisen und alles innerhalb von 2 Monaten? Vielleicht studiere ich aber auch noch ein Semester (also 2 Quartale) weiter und überhaupt. Im Nachhinein isses vielleicht ganz gut, dass ich den Eintrag erst jetzt schreibe. Denn das eben war nur ein wiiiiiinzig kleiner Bruchteil dessen, was mir damals so im Kopf umherging.

 

Zu meinem Glück und völlig aus heiterem Himmel entschied ich dann am 14. Januar, dass ich am 17. Januar nach Hong Kong fliegen würde, um mein Visum neu zu beantragen. Das alles kam nur so kurzfristig zustande, weil meine Kommilitonin im Chinesischkurs, Hetian – eine der Japanerinnen, sowieso dieses Wochenende nach Hong Kong wollte, um Geld von einer chinesischen Bank abzuheben (fragt mich nicht nach Details, ich weiß nur, dass sie früher mal in Hong Kong gearbeitet hat und das verdiente Geld sich noch auf diesem Konto befindet, auf das sie von Taiwan aus nicht zugreifen kann). Na jedenfalls hatten sich da 2 Dumme gefunden, denn ich Angsthase wollte nur ungern alleine in unbekanntes Ausland (wie, bitte, bin ich dann in Taiwan gelandet???) und sie konnte nich so wirklich Englisch sprechen. Also freuten wir uns beide, als wir über schier endlose Umwege endlich 2 Tickets hatten (den Marathon zu diversen Banken, um die zu bezahlen, erspar ich euch….). Und am Sonntag den 17. Januar gings dann auf nach Hong Kong. Oje.

 

Ein Flug von Taiwan nach Hong Kong dauert ja nicht lange, etwa anderthalb Stunden. Da wir aber erst am späten Nachmittag losgeflogen sind, kamen wir Abends schon im Dunkeln an. Zunächst mochte ich Hong Kong ganz gerne: bei Nacht sieht diese Riesenstadt tatsächlich ganz hübsch aus, mit den viiiielen, vielen Wolkenkratzern und den vielen Lichtern und alles. Wie das eben so ist mit allen Dingen im Leben: Von Weitem siehts immer wer weiß wie toll aus und wenn man dann näher rangeht, isses nich mal mehr halb so toll. Nach einer langen Busfahrt ins Stadtinnere (der Flughafen liegt etwas außerhalb) begaben wir zwei Hübschen uns dann auf Hotelsuche in der Innenstadt. Vorab hatten wir uns zwar übers Internet informiert, wo, was, wie viel kostet, aber gebucht hatten wir noch nichts. Wir stiegen also an der Nathan Road aus und liefen in Richtung Chunking Mansion. Wer schon einmal in Hong Kong war, der stöhnt jetzt sich laut auf oder schlägt sich wahlweise auch vor die Stirn. Ja. Das ist die billigste Absteige. Im doppelten Sinne. ^^ Schon auf dem Weg dorthin mochte ich Hong Kong nicht mehr so gerne: Es waren einfach so unglaublich viele Menschen auf den Straßen und alles so laut und wild und hektisch und alles blinkt und hubt. Schon da war mir irgendwie klar, dass das kein Spaß wird. Ständig wird man auf der Straße von allen möglichen Menschen aller möglichen Nationalitäten angesprochen, ob man nicht dieses oder jenes wolle und das wäre so günstig und schauen sie mal hier und machen sie mal das…. So ergings uns auch beim Warten vor dem Fahrstuhl, welcher uns dann zu einem Hostel befördern sollte, das Hetian rausgesucht hatte. Alle möglichen Menschen um uns herum quatschten natürlich mich an (weil ja offensichtlich Ausländerin, ne?) und behaupteten von sich, der Manager oder gar Eigentümer von diesem oder jenem Hostel im ChungKing Complex zu sein. Und dieser Komplex ist riesig: auf engstem Raum sind da Absteige an Absteige gepfercht. Manche Leute wohnen dort auch wie in einer ganz normalen Wohnung. Weils eben so billig is. Jedenfalls war der Mensch dort vor dem Fahrstuhl schreeeeecklich aufdringlich. Und Hetian war da auch keine große Hilfe, sie tata einfach ganz geschickt so, als ob sie sich gar nicht angesprochen fühlte oder wenigstens nicht verstehen würde, was der Mensch da von sich gibt. Mit anderen Worten: Petra, mach du mal. Du bist größer und wirkst bedrohlicher als ich. Wimmel den mal ab…. Joah. Hab ich dann auch ^^

 

An dem Abend sind wir gar nicht weiter noch wohin gegangen. Ich war sowieso platt von den ganzen Eindrücken und wir wollten ja auch beide früh raus, ich um mich um mein Visum zu kümmern und Hetian um sich um ihre Bankangelegenheit zu kümmern. Hier nur einmal ein paar Bilder von unserer Absteige. Die Dusche war auch sehr interessant. Da ging nur ein Schlauch vom Heißwasserbäuler (wie schreibt man das gleich wieder? XD) direkt zur Brause der Dusche. Joah. Nix mit kaltem Wasser nachregulieren oder so. Das nicht ganz unlustig, aber eben auch ziemlich gefährlich….

Ja. Der Blick aus dem Fenster im Flur. Anheimelnd, nicht wahr? ^^

 

Am nächsten Morgen sind wir natürlich nich so früh losgekommen, wie ich wollte, aber es hat dann doch noch gereicht, um mein Visum rechtzeitig beantragen. Wenn man das am selben Tag wieder abholen will (was ich ja musste, da unser Flug am Dienstag schon gegen Mittag ging), muss man vor um 11 Uhr alles beantragt haben und noch mal die Hälfte vom Preis draufzahlen, damit es so schnell geht. Natürlich fehlten mir wieder diese und jene Unterlagen, sodass ich eigentlich erst alles gegen 12 fertig abgegeben hatte, aber die Frau am Schalter war sehr nett (und eigentlich war ich ja schon kurz vor 11 dort gewesen, nur wegen dem Papierbesorgen hatte es nochmal länger gedauert) und so stand ich dann gegen Mittag da und dachte mir nur „Was nun?“

 

Vorab hatten Hetian und ich uns eigentlich ausgemacht, dass jeder auf den anderen warten würde, in einem Cafe gegenüber dem Visumsgebäude (etwas weiter hinten war dann auch die Bank, zu der sie musste). Ich hatte ja kein in Hong Kong funktionierendes Handy und so war das auch mit dem Kommunizieren etwas schwierig. Zunächst stand ich ja im falschen Stockwerk in der Schlange (jaja, lacht nur!) und wie ich später erfuhr, kam Hetian dann auch dort noch einmal nach mir schauen, fand mich aber nicht, weil ich natürlich zu dem Zeitpunkt bereits ins richtige Stockwerk gefunden hatte und an der richtigen Schlange anstand. Tja. Denn Hetian hatte in der Bank erfahren, dass sie hier in Hong Kong auch nicht an ihr Geld kann, sie müsse da nach China reinfahren und sich dort ne Filiale suchen. Tja. Gesagt, getan und sie fuhr mal eben nach Shenzhen. Tja. Da half es natürlich auch nicht viel, dass ich von allen möglichen Münztelefonen und dann auch von einem Internetcafe aus über Skype versuchte sie zu erreichen. Denn die Festnetztelefone dort können keine Handys anwählen und bei Skype hatte ich ja auch die Vorwahl für ein Handy in Hong Kong eingegeben. Aber da kam ich natürlich auch nicht durch, weil sie schon auf halbem Weg in China war, wo dann die Vorwahl wieder eine andere war. Versteht mich nicht falsch: Ich bin sehr wohl fähig, den Tag alleine zu verbringen und verhunger auch nicht oder verlauf mich (Google Maps sei Dank!), aber wir hatten eben nur einen Schlüssel zu unserer Absteige und den hatte ich. (Später hab ich erfahren, dass die Putzfrau Hetian dann später die Tür aufgeschlossen hat. Also alle Sorgen für umsonst, aber naja…) Na jedenfalls bin ich da ne Weile panisch und besorgt durch die Gegend gerannt, zum Hostel, zum Internetcafe, zum Cafe, in dem wir uns treffen wollten, Zettel geschrieben, Leute gefragt, wieder versucht anzurufen. Und irgendwann dachte ich mir dann, kann ich jetzt eh nichts machen, also raus und Spaß haben! ^^

 

Was ich dann auch getan habe. Mein Mp3-Player hat doch tatsächlich nen U-Bahn Plan von Hong Kong und da stehen dann auch noch Sehenswürdigkeiten dran ^^ Cool, sowas.

Hier also, was ich mir so Schönes angesehen habe:

 

Der Kowloon Park

 

Avenue of Stars in Tsim sha Tsui bei Tag (das Hong Konger Pendant zum Walk of Fame in Amerika)
Bruce Lee ^^

 

Die riesige Parkanlage hinter dem Vsiumsgebäude in Admiralty (oh….. den wird ich nie vergessen, aber nicht wegen dem Besuch im Januar, sondern Ende Juni… dazu später mehr ^^)
Kunst im Park ^^ Uwe und Papa könnte die gut gefallen ^^

 

Victoria Peak (die berühmte Aussicht… ganz hübsch von da oben, aber eben eeeeeisig kalt ^^, also Fotos machen und schnell wieder runter)

Oben rechts und hier links seht ihr den Ausblick von der weniger populären Seite. Man sah sogar den Mond!
Der Turm war wirklich lustig! Hat ständig die Farbe gewechselt ^^


Wie ihr sehen könnt war es dann schon Abend, als ich mächtig erfroren vom Victoria Peak wieder herabstieg. Mein schlechtes Gewissen und die Tatsache, dass ich tatsächlich alle nennenswerten Sehenswürdigkeiten Hong Kongs an einem einzigen Nachmittag abgeklappert hatte, führten mich dann eiligst wieder in Richtung Hostel. Wo ich dann Hetian vor dem Fernseher liegend fand. Die Putzfrau hatte sie, wie gesagt schon rein gelassen. Nachdem wir eine Weile über die Unmöglichkeit des heutigen Tages die Köpfchen geschüttelt hatten, machten wir uns auf an die Avenue of Stars, wo es Abends dann ja auch eine tolle Lasershow zu sehen gab. Anschließend sind wir noch ein bisschen was Essen gegangen. Wir hatten beide nicht viel gegessen den Tag über. Ich finde es irgendwie schwieriger, als in Taipei, was nettes zu finden in Hong Kong. Mh. Hier die Bildchen.

  Ja wir sahen schon geschafft aus.... XD Das Abendmahl ^^

 

Am Dienstagmorgen wollten wir erst mal auschecken und dann noch schnell ein Uniqlo suchen. Nein. Das ist kein Klo, auch wenns so ausgesprochen wird ^^ Uniqlo ist wohl DIE japanische Marke für Kleidung. Tja. Jetzt weiß ich das auch ^^

Na jedenfalls gestaltete sich das Auschecken schon als etwas schwieriger, als erwartet. Wir waren wohl etwas zu früh für die Angestellten dort aufgestanden und so bekamen wir unsere Kaution erst nach mehrmaligem Klopfen, Telefonieren und hin- und Hergerenne zurück. Gruselige Gestalten treiben sich zu diesen Zeiten auf den Gängen des Hostels rum, seid gewarnt! Aber der Typ war wohl auf irgendwas und auch ein Stück kürzer als ich, also schnell geklärt der Fall ^^

 

Den Rest mach ich mal kurz (ich sag das immer, brings aber doch nich fertig, ne? Haha): Nach erfolglosem Besuch des Uniqlos kamen wir gerade so und mit Ach und Krach (und mit dem Schnellzug für 10 Euro!!! Arrrrrrr!) noch rechtzeitig zum Flughafen. Dort wurden wir noch hektisch durch die Gegend gescheucht, wir schienen tatsächlich die letzten noch nicht eingestiegenen Fluggäste zu sein haha Aber hey! 2 Stunden vorher da sein und einchecken? Ne halbe Stunde hat auch gereicht haha

 

Abends in Taipei waren wir beide sooooo froh, wieder heimischen Boden unter den Füßen zu haben. So viele Dinge, wie mir hier in Taipei teilweise auf die Nerven fallen, es ist doch mein zu Hause geworden und die Menschen sind sooooooo viel freundlicher hier. Eigentlich dürfte es schwer sein, einen noch freundlicheren Ort zu finden ^^ Wobei es zur Unfreundlichkeit in Hong Kong sicher noch einige Steigerungsmöglichkeiten gibt, aber trotzdem: Hong Kong ist einfach mal nicht meine Stadt. Zu laut, zu hektisch, zu unfreundlich und neeeeeeeee. Es lebe Taipei!

 

Um meine Rückkehr nach Taipei zu zelebrieren, bin ich noch an dem Dienstag zum Friseur meines Vertrauens gewatschelt und hab mich etwas aufhübschen lassen. Denn den darauffolgenden Mittwoch hatte ich mein erste und einziges Vorstellungsgespräch für einen Praktikumsplatz. Kurz gesagt, ich hatte zwar schon die Zusage von einer anderen Werbeagentur hier in Taipei (ne große, Internationale), aber das lief alles nur über E-Mail und per Telefon und beinhaltete auch kein Gehalt oder sonst irgendwas. „Komm dann einfach am ersten Tag vorbei.“ Ja. Kam mir nich so seriös oder toll vor, deswegen hab ich mich über das Angebot zum Vorstellungsgespräch bei der zweiten, kleineren, lokalen Werbeagentur sehr gefreut. Auch während des Gesprächs waren wir uns alle sehr sympathisch und ich hatte einen sehr guten Eindruck von der Agentur. Mittlerweile bin ich in den letzten 3 Wochen meines Praktikums in selbiger Agentur und es war dann doch nicht alles sooooo toll, wie ich mir das so vorgestellt hatte. Sagen wirs mal so: Ich bin nicht überbeschäftigt… ^^ Sicher habe ich schon einige Einblicke in den Arbeitsalltag in so einer Agentur gewonnen, aber letzten Endes hatte ich mir doch mehr erhofft. Naja. Noch 3 Wochen und ein Bericht. Und ich will später trotzdem Werbung machen! XD

 

Ich sehe gerade, dass dieser Eintrag schon die Ausmaße von meinem taiwanischen Kollegen Pang (wörtlich: dick / fett) angenommen hat. Deswegen hier noch ein paar …. Erheiternde Bildchen aus meinem Lieblingscafe in Taipei. Wer mich kennt, der weiß, dass ich dieses Cafe nicht wegen der Getränke liebe ;-P

Und nochmal mit Gesicht ^^ Der Tassenwaschautomat (... Tassenwärmer?) war DER Hit!

Eine Bildstrecke ohne Worte... ^^

Soweit also von mir für dieses Mal. Genießt euer Wochenende, ob in Deutschland, China oder sonst wo. Machts gut und machts hübsch!

3. Jul 2010

She´s baaaaaaack! Gnagna.

Ein herzliches Hallo an alle übrig gebliebenen Leser! Es wundert euch natürlich nicht, dass ich erst jetzt wieder was von mir hören lasse, nicht wahr? Aber immerhin. Mit der Aussicht auf meine baldige Abreise (am 27. August) habe ich mich dann dazu entschlossen, doch wenigstens zu versuchen, alles aufzuholen. Und lasst euch sagen, es ist nich wenig. An dieser Stelle noch einmal eine Respektbekundung an alle fleißigen und vor allem regelmäßigen Blogschreiberlinge. ^^

 

Nun also weiter im Text. Was ist im Dezember letzten Jahres noch so alles passiert? Im Dezember ist hier in Taipei mehr oder weniger der Weihnachtswahnsinn ausgebrochen. Alles wurde dekoriert, von überall blinkerte es und „Hoho“-te es, das ging sogar soweit, dass selbst die Klotüren im Sprachenzentrum kleine Mistelgestecke verpasst bekamen…. Versteht mich nicht falsch, ich mag Weihnachten: Alles ist so schön romantisch und gemächlich und alles blinkert und glitzert. Ich mag das ^^ Nur leider kam bei mir so überhaupt keine weihnachtliche Stimmung auf, so sehr ich mich auch anstrengte. Unter Palmen is eben doch ein bisschen komisch zu Weihnachten XD Die Leuchtdeko hängt teilweise heute (Juli!) an einigen Geschäften und Hotels, Abends sieht das wirklich schön aus, sollten wir in Deutschland auch so machen. Aber in Deutschland wird’s ja nich so zeitig dunkel, wie hier. Wenn ich dieser Tage Abends um 7 nach Hause gehe, dann is schon dunkel… Schon irgendwie ein wenig genwöhnungsbedürftig. Bestimmt wirft mich das Ende August völlig aus der Bahn, wenn ich nach Deutschland zurück komme und Abends ist bis teilweise halb 10 hell. Das wird toll! ^^

 

Aber zurück zum Dezember. Am Mittwoch den 9. Dezember haben wir den 2. Ausflug mit der Klasse aus „Scientific Taiwan“ unternommen. Wir besuchten das Zentrum für Erbebenforschung und „Engeneering“, also „Erdbebeningenieurswesen“? Wie sagt man das nur auf Deutsch XD An den Ausflug kann ich mich eigentlich auch nur erinnern, weil ich viele Fotos gemacht habe, viel gelernt oder Interessantes gesehen hab ich dort eigentlich nicht. Ich dachte immer, dass solche Ausflüge DAS Highlight wären, aber anscheinend denken das auch nur Leute, die bei sowas noch nie dabei waren ^^ Oder die mindestens einmal zu viel Spiderman gesehen haben, wo Peter Parker ja auch beim Schulausflug von der berühmt berüchtigten Spinne gebissen wird. Haha

Das einzige – naja- aus jetziger Perspektive Witzige an dem Tag war, dass ich dort einige Stunden zu früh angetanzt bin und dann total hektisch alle möglichen Mitarbeiter aufgescheucht habe, die mir bei der Suche nach meiner Klasse helfen sollten. Denn ich dachte, dass ich irgendwie 5 Minuten zu spät dort war und die schon mit der Führung begonnen hatten. Wie sich herausstellte, fing die Führung nicht um 8 an, sondern, wie der Unterricht sonst auch, gegen 10 (wenn ich mich jetzt recht erinnere….) Ja. Lacht nur. Ich war jedenfalls ziemlich angepisst, nachdem sich bestätigt hatte, dass ich mich für umsonst in urigster Frühe aus dem Bett gerollt hatte und hab mich für 2 Stunden in ein 7 Eleven gesetzt, Hausaufgaben gemacht und vor mich hingegrummelt. Ich war soooooo früh aufgestanden! Im Ernst! Zu unmenschlichsten Zeiten hab ich mich aus dem Bett gehievt. Nun, mittlerweile fangen meine Chinesischkurse auch halb 9 an, also naja… Ich kann schon wieder so früh aufstehen, nich leicht, aber frau muss ja. Hier ein Paar Bilder von den Gerätschaften, die in dem Erdbebenzentrum so rumstanden. Für Ingenieure ist das bestimmt total spannend! XD Die hatten so tolle Namen wie „Schüttelplatte“ oder wars „Schüttelnder Tisch“? Na jedenfalls in der Art.


 

Oh! Ich habe gerade noch Bilder gefunden von meinem Campus-Bummel einen Tag später zusammen mit Zairen. Das war auch der Tag, wo ich ihr hinterher waaaaaahnsinnig geschickt über ein Mauer gefallen bin und mir den Knöchel vertreten habe. Gott sei Dank gibt’s DAVON keine Bilder ^^ Hier seht ihr, was im Teich neben der Bibliothek so alles fleucht und kreucht.



Ist leider etwas unscharf, aber ich finde doch, dass die Ente im rechten Bild ein wenig an Hugo erinnert ^^

Zwei Taiwanerinnen bei der Kontakaufnahme mit der Wildnis und Die Hauptbibliothem mal von der Seite.

 

Den darauffolgenden Sonntag (13. Dezember) habe ich einen Ausflug nach Wulai gemacht. Das Ganze wurde von der Abteilung organisiert, die für die Internationalen Studenten zuständig ist. Damals hatte ich auch noch eine E-Mail Adresse der NTU und bekam regelmäßig E-Mails mit Vorschlägen für Wochenend- und Freizeitgestaltung, Ausflüge und Ähnliches. Eine gute Erfindung sowas, ausländische und taiwanische Studenten für Ausländer. So hatte ich mich auch per E-Mail für den Ausflug nach Wulai angemeldet. Wir sind auch wieder recht zeitig los, so viel weiß ich noch, denn ich hatte nicht wirklich gefrühstückt, was sich später noch als unerwartet clever erweisen sollte, aber dazu nachher mehr. Auf der Hinfahrt per Bus lernte ich ein Indonesierin kennen, Lim Ing, Ing ist der Vorname. Sie studiert an einer Uni, direkt neben der NTU Master in irgendwas Ingenieurmäßigem. Im Ernst, ich vergesse ständig, was meine Freunde alle so studieren, die Namen der Studiengänge sind aber teilweise auch so abstrakt, das SOLL sich gar keiner merken. ^^ Wir haben uns jedenfalls nett unterhalten und auch den Rest des Tages miteinander verbracht. Außer ihr kannte ich auch keinen weiter, obwohl ich immer wieder von anderen Taiwanern und Ausländern gefragt wurde, ob ich denn die anderen Deutschen in unserer Gruppe nicht kennen würde. Ich kannte die nich und wie sich später rausstellte, wollte ich die lieber auch nicht kennen: Die 2 Mädels, die ständig in meiner Nähe standen (und wahrscheinlich nicht wussten, dass mein Deutsch doch recht gut ist) beschwerten sich alle naselang, wanns denn weiterginge und was das solle und dass dieses und Jenes doof oder langweilig wäre. Nörgeln wir Deutschen wirklich so unglaublich viel? Im Ernst, wir machen uns damit nicht unbedingt beliebt…. Nicht mal bei anderen Deutschen ^^ Aber auch die anderen, weniger nörgeligen Deutschen in unserer Ausflugsgruppe – ich finde, nur weil ich zufällig auch Deutsche bin, sind wir nicht gleich Seelenverwandte und ich muss mich denen nich unbedingt an den Hals werfen. Das ist wie, wenn sich deutsche Urlauber zufällig irgendwo in Spanien treffen und sich unbedingt zusammentun müssen, obwohl sie in Deutschland nie ein Wort miteinander gewechselt hätten und dann immer gleich beste Freunde sind. Mama weiß, wovon ich rede….

Na jedenfalls war Wulai zusammen mit Ing wirklich sehr schön, wir hatten sehr viel Spaß und sind wie die kleinen Kinder durch die Gegend geturnt ^^ Die Hinfahrt im Bus (Serpentinen!!! Arrrrrrrrrrrrrr) hatte ich auch ganz gut überstanden. Naja. Ich hatte sie überstanden. Wulai ist bekannt für seine heißen Quellen und die tolle Landschaft und auch dafür, dass in der Region früher viele Ureinwohner gelebt haben sollen oder eben auch heute noch leben. Nachdem Mittag sind wir mit einer Seilbahn auf einen Berg gefahren und dort oben gabs dann auch Vorführungen von besagten Ureinwohnern (oder wäre Minderheiten das richtige Wort? Mh) Taiwans und jeeeeede Menge Klettergeräte. DAS war toll! Später Abends sind wir noch über den Nachtmarkt im Tal gegangen und ich blöde Kuh konnte natürlich nicht wiederstehen und habe Mais und ein Würstchen gegessen. Wer schon mal taiwanische Würstchen gesehen hat, der schlägt sich an dieser Stelle vor die Stirn. Die Dinger sind soooooo fettig, da konnte es mir dann auf der Rückfahrt nur schlecht werden. Gaaaaaaaaanz klasse. Ing konnte Gott sei Dank den Busfahrer davon überzeugen, dass, wenn er nicht sofort anhalten sollte, ich hier ein Massaker im Bus anrichten würde. Seeeehr knapp, meine Lieben. Derjenige, der Mal ein WIRKSAMES Mittel gegen Reiskrankheit erfindet, der verdient den Nobelpreis! Erstaunlicherweise hat dieser Vorfall Ing nicht abgeschreckt und wir sind auch heute noch Freunde. Erstaunlich! Und vor allem sehr erfreulich! ^^


 

Und dann war irgendwie auch schon Heiligabend. Und was hab ich da getrieben? Ich war im Kino!!! Haha Zairen und ich hatten uns an jenem Abend ein ganzes Menu geleistet, so richtig mit Vorsuppe und Hauptgericht und Eis. Und da das Restaurant natürlich grammelte voll war, steckten auch die Kellner bis über beide Ohren in Arbeit. Wir also unser toller Softeis mit Matcha (@Josi: schreibt man des so?)-Soße reingeschaufelt und sind dann ins Kino gerannt. Natürlich kamen wir trotzdem zu spät und verpassten die ersten Minuten von Sherlock Holmes. Aber naja. Der war eh nich sooooo dolle. Da hat ein gewisser Komponist einfach mal das Hauptthema von einem gewissen Piraten umgeschrieben und verwendet es nun als Thema für Sherlock…. Jaja….. bei aller Liebe: DAS sollten selbst Nicht-Filmmusikfreaks gemerkt haben. Die Filme hier laufen ja alle in Originalsprache, in unserem Fall also auf Englisch, mit chinesischen Untertiteln. Ich finde das immer wieder köstlich, wenn ich den Gag noch gar nicht gehört habe, alle anderen Taiwaner im Kinosaal aber schon lachen, weil die Untertitel schneller gelesen sind….. Jaja. Was mir auch schon bei „The singing detective“ aufgefallen war, bestätigte sich auch an Heiligabend: Robert Downey Jr. nuschelt. Ihr könnt das beschönigen, dass es so eben erotischer oder sonst irgendwie besser klingt, aber der Mann NUSCHELT! Und das in einem Film, in dem er als Sherlock ständig mit irgendwelchen Fachbegriffen aus Physik und Chemie um sich wirft….. Da haben dann auch die Untertitel nicht viel geholfen haha Es war trotzdem ganz nett anzusehen. Immerhin bekamen Zairen und ich beide, wofür wir uns diesen Film überhaupt angetan hatten: Sie Jude Law (dieser Schnurrbart! Ach nein.) und ich Robert Downey Jr. ^^ Ist ein bisschen wie mit Edward und Jacob in der Twilight Reihe haha Wer schaut sich das schon wegen der Story an?

 

Am 25. Dezember, einem Samstag, hat mich Eunice des Abend noch zum Essen ausgeführt. Ich LIEBE die Diner hier. Die Portionen sind immer son unglaublich riesig, es ist ein Augenschmaus!

Anschließend haben wir uns in Richtung KRT grollt um uns die tolle Weihnachtsbeleuchtung am 101 anzusehen. Und die war WIRKLICH toll. Mit jede Menge Pärchen drunter… -.- und natürlich uns 2 Singles haha wir halten zusammen! Besonders ominös war auch eine riesige Schneekugel, in der man sich fotografieren lassen konnte. Als wir dann die kilometerlange Schlange vor der Kugel sahen, wollten wir uns doch nicht mehr anstellen, deswegen hier nur ein Foto von außen. Obs sowas nur in Asien gibt? In Japan kann ich mir sowas ja noch ganz gut vorstellen, aber in Deutschland würden sich das bestimmt nur die ganz Verrückten trauen. ^^


 

Das letzte Highlight des Jahres war selbstverständlich das Feuerwerk am 31. Eunice und ich hatten vorab eine Weile über den besten Aussichtspunkt gefachsimpelt. Das Feuerwerk am 101 ist weltberühmt und man muss schon arg bescheuert sein, um sich das in Taipei entgehen zu lassen. Allerdings denken sich das tatsächlich ALLE Leute in Taipei, ob Taiwaner oder Ausländer – nein- VOR ALLEM die Ausländer wollen sich das natürlich nicht entgehen lassen. Und 2009 sollte das Feuerwerk besonders großartig werden, weil es 2008 wohl recht ärmlich war und die Stadt demnach was gutzumachen hatte. Wir beide haben uns nicht unter die abertausende Schaulustige direkt in der Umgebung vom 101 gemischt (wo es auch immer Programm, Musik und Auftritte und Moderation und sowas gibt) sondern sind auf eines der Wohnheime in der Nähe des Erdbebenzentrums gestiegen. Wir hatten tolle Sicht. Am Anfang. Als es dann endlich losging und das 101 in den wildesten Farben erstrahlte haben wir uns vor Jubeln und „oh! Ah!“-seufzen kaum wieder eingekriegt, die ersten paar Sekunden. Denn dann war auf unserer Seite eine Rauchfront. Davon hatte ich von unserer Chinesischlehrerin auch schon gehört, dass je nach Windrichtung eine Himmelsrichtung einfach mal –ähm- nicht so gut Sicht hat. ^^ War natürlich unsere Seite haha Aber gesehen haben wir trotzdem noch viel –von den 5 Minuten Feuerwerk. Denn wer hier ein opulentes Feuerwerk aller „Auf-dem-Weinberg-in-Radebul-stehen-und-die-ganze-Stadt-macht-für-uns-ne-halbe-Stunde-Feuerwerk“ erwartet hatte, der wurde leider enttäuscht. Nach gut 5 Minuten war einfach Schluss. Und da fing auch nicht irgendwo anders jemand an mit Feuerwerk, nein, da war Schluss. ^^Aus die Maus. Die 5 Minuten haben natürlich uns natürlich auch so schon den Atem geraubt und haben sicher auch einiges gekostet, aber etwas –äh- kurz wars dann schon. Und in der Mitte gabs auch mal ne Pause…. Wir dachten ja, dass das irgendwie ein Teil der Dramaturgie war oder so ähnlich, aber als Eunice und ich gegen viertel eins dann in den Keller des Wohnheims gingen, um Pommes Frites zu essen (Eunices Leibspeise ^^), da kamen schon die ersten Nachrichtenbeiträge, die sich über das „verpfuschte“ Feuerwerk ausließen und darüber, dass die Feuerwerke in Gaoxiong und Taizhong wohl viel schöner und länger gewesen sein sollen. War uns dann auch egal. Wir hatten Fritten und waren wieder im Warmen ^^ Und hübsch wars trotzdem haha Allen Neugierigen würde ich ja gerne mein Video hochladen, aber leider hab ichs nich so mit der Technik, oder man kann hier tatsächlich keine Videos hochladen, eins von beiden. Also alle Neugierigen schauen sich bitte mal auf Youtube um, dort gibts dann auch Videos ohne Rauch ^^

 

Soweit von mir für heute. Das nächste Mal kommt ihr in den Genuss meines ersten Hong Kong Abenteuers und des ersten Besuchs in meinem Lieblingscafe – mit Eunice und Grabscherkatzen. ^^ Bis dahin, machts gut und machts hübsch! Man liest sich ;-P

18. Apr 2010

Yeah!

Hier noch was zum Feiern:

Mama hat gerade den Treppenlauf hinter sich gebracht. Unglaubliche 97 Mal ist sie die Spitzhaustreppe in Radebeul hoch und runter geseppelt. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwunsch! Du machst mich sehr stolz, Mama! Ich bewundere es wirklich, wie du jedes Jahr diese Mordstreppe besteigst. Und jedes Jahr machst du Fortschritte und kommst weiter. Wie du das machst, ich hab keinen blassen Schimmer. Aber du gehörst definitiv zu den willensstärksten Menschen, die ich kenne.

Jetzt ruh dich nur ordentlich aus und lass dich ordentlich feiern, wenn du wieder aufrecht gehen kannst ^^
Falls du dich entscheiden solltest, nächstes Jahr noch einmal anzutreten, dann bin ich auf jeden Fall dabei und Feuer dich an!

Okay. Ich kann die Schreie nicht länger ignorieren….

… und deswegen kommt jetzt auch ein neuer Blogeintrag. Damit eure vor lauter Spannung völlig zerkauten Fingernägel endlich mal wieder zur Ruhe kommen. ^^ Nein, im Ernst. Mein letzter Blogeintrag war am 24. Oktober. Is doch schon… a Stückle her, ne? Aber wie ihr sicher schon bemerkt habt, hab ichs net so mit dem regelmäßig Einträge schreiben. Ich kann auch keine Besserung versprechen, weil… naja, so bin ich nun mal ^^ Etwas unorganisiert und meistens panisch, aber doch noch liebenswert, ne? ^^ Und weil ihr mich so gern habt, werdet ihr mir jetzt auch erst einmal glauben, wenn ich euch verspreche, von jetzt an jedes Wochenende einen Monat aufzuholen. Ich versuchs, ehrlich. Ich sag sowas auch nich einfach daher! Tatsächlich schlummert der Artikel, den ihr jetzt gleich lest auch schon wieder ne gaaaanze Weile in meinem Laptop. Aber zu dem Zeitpunkt wollte ich alles schoen fertig schreiben und euch dann so über ein halbes Jahr am Stück vor die Füßlein spucken. Hihi Hat net so geklappt und kauen is ja auch bekanntlich viel gesünder, als im Ganzen zu schlucken. Deswegen nun, in Häppchen, das, woran ich mich noch so entsinnen kann. Aus dem letzten Jahr. Und vom neuen. Viel Spaß!

 

So. Dann wolln wir mal, wie das kleine Männchen auf der Bettkante sagte. Seit dem 24. Oktober hat sich natürlich einiges getan hier auf der Insel. Zur Zeit meines letzten Eintrages war unsere Mädels-clique ja noch vollständig. Wir haben auch noch ein paar Ausflüge zusammen unternommen, wie zum Beispiel am 28. Oktober (ein Mittwoch ^^ für alle, die jetzt, wie ich übrigens auch, im Kalender nachschauen müssten…). Vormittags hat sich der Scientific Taiwan Kurs inklusive mir vorm Unterrichtsgebäude versammelt (mehr oder weniger vollständig..) und dann gings ab zum Hsinchu Science Park. Das ist ein recht riesiges Gelände auf dem sich die High-Tech Firmen der Insel konzentrieren. Also für Technik Fans ist das dann sicher auch seeehr spannend und so… aber naja. Davon abgesehen, dass unser Führer seine Aufgabe mehr schlecht als recht erfüllt hat, wars auch net so spannend. Erst gabs ne kurze Einführung, wann der Park gebaut wurde etc.. Da hat der gute Mensch sich schon in seiner eigenen Präsentation net zurecht gefunden („Also das ist nicht die Präsentation, die ich eben noch mal angesehen habe…. Sehr seltsam…“). Anschließend standen wir dann hin und wieder vor verschlossenen Türen, zu denen er dann irgendwie auch keinen Schlüssel hatte. Also wieder x Stockwerke zurückklettern… Jaja. Ihr seht schon. Ich war völlig hin und weg von dieser „Tour“. Ich erinnere mich noch an den Familientag beim früheren AMD-Werk in Dresden. Irgendwie war das damals interessanter und auch amüsanter… Aber naja. Immerhin war ich mal dort ^^, ne?


Hier seht ihr unsere Scientific Taiwan Gruppe auf den riesigen Reiskörnern, die darstellen sollten, wie klein denn "Nano" ist. Und dazu noch die Reisschüssel ^^

 

Nachmittags sind wir Mädels vom Chinesischkurs mit Qi´än als Führer losmarschiert. Wir wollten doch mal indonesisch essen gehen und als Indonese wusste Qi´än natürlich, wo man da am besten hingeht. Allerdings hat er nicht gesagt WIE LANGE man da hingeht. XD Im Ernst: „Is nich mehr weit! Gleich dort vorne!“ ist jetzt nicht unbedingt so ne tolle Streckenangabe… Dementsprechend haben wir dann auch rumgemotzt, als wir uns letztendlich gegenüber des Da´an Parks wiederfanden (das ist ein ganz schön weites Stück von unserer Schule!). Aber jetzt warn wir schon einmal da und außerdem auch hungrig, also haben wir uns was empfehlen lassen und dann ENDLICH gegessen…. Das war ne Weltreise!

Also indonesisches Essen ist auch nicht schlecht, nur eben ein wenig scharf. Und da ich die Einzige aus der Runde war, die nicht so wirklich scharf essen kann… naja. Ich hab eben langsam gegessen und vor mich hingeschnüffelt ^^

 

So wies in meinem Notizbuch steht, waren wir am folgenden Tag auch nochmal in Ximen. Allerdings, wie immer, nicht sonderlich erfolgreich. Schuhgröße 41 ist eben doch eine körperliche Behinderung in diesem Land. Wenn man dann zum dritten Mal den Satz: „Die haben wir nur bis Größe 38.“ hört, dann möchte man eben doch nicht noch einmal in einem anderen Laden suchen gehen. Oder noch besser: Man möchte mal eben im Boden versinken, am besten mit den viel zu großen Füßen voran haha

Das Wochenende hab ich dann, glaube ich, auch die E-Mail bekommen, dass ich eine Sprachpartnerin habe (Deutsch-Chinesisch). Ich greif hier schon mal etwas vor: Wir haben ewig lange gebraucht, um mal einen Tag oder Termin zu finden, an dem wir beide verfügbar sind. Julie ist schwer beschäftigt (ungefähr so wie ich normalerweise in Deutschland, nur noch beschäftigter ^^). Wir haben aber vor unserem ersten Treffen schon fleißig über Handy und Internet in allen erdenklich Sprachen kommuniziert (nun gut. Englisch-Chinesisch-Deutsch-Kauderwelsch ^^ aber verstanden ham wirs ja trotzdem, also alles gut ^^).

Zu Julie aber später mehr.

 

In der folgenden Woche (2. November bis 8. November) gabs dann den riesigen Krach. Unser Chinesischkurs war ja noch nie wirklich harmonisch, aber das am Mittwoch brach dann wirklich die Spitze vom Eisberg! Versteht mich nicht falsch, wir Mädels inklusive Qi´än und Frau Wang haben uns immer bestens verstanden! Nur Gavin war halt immer der Außenseiter. Er is auch irgendwie ein komischer Kauz und hat es mächtig drauf, sich selbst unpopulär zu machen… Jedenfalls waren wir an besagtem Mittwoch zu den politischen Themen in unserem Lehrbuch vorgedrungen. Und dann kriegten sich selbstverständlich Jessica und Gavin in die Haare. Ich wills nicht nochmal allzu breit auswalzen, also hier nur die Kurzfassung: Es ging darum, dass Taiwan ja nach dem Bürgerkrieg im letzten Jahrhundert von China getrennt wurde. Die Taiwaner meinen nun, sie seien ein eigenständiger Staat, die Chinesen sehen Taiwan nur als abtrünnige Provinz und wollen die zunehmende Selbstständigkeit Taiwans mit allen Mitteln unterdrücken. Die Situation zwischen den beiden Ländern (ihr seht richtig: ich vertrete Taiwans Meinung!) ist also mehr als gespannt. Trotzdem gibt es selbstverständlich, wie zur Zeit der DDR in Deutschland auch, Familien, die auseinandergerissen wurden. Die Lektion in unserem Lehrbuch behandelte diese Thematik. Ein Mann, der zur Zeit der Trennung in Taiwan war, dachte seine Familie auf dem Festland verloren zu haben (Frau und Sohn), fand jetzt, nachdem die Einreise nach China wieder etwas einfacher ist, jedoch heraus, dass beide noch leben. Und da wollte er sie natürlich treffen. Moment mal! Das war nicht die Lektion, das war eine Geschichte, die uns unsere Lehrerin erzählt hat. Aber jedenfalls gings um auseinandergerissene Kulturen und so.

Gavin verglich nun Taiwan und China mit Amerika und Canada. Von wegen Kultur wäre auch gleich und so und selbe Situation etc. Das hat dann natürlich Jessica aufgeregt, die meinte, dass man das nicht so vergleichen könnte, weil Canada und Amerika ja nie ein und dasselbe Land gewesen wären. Und dann hat sie den schicksalshaften Fehler begangen und gesagt, dass er da keine Ahnung von haben kann, wenn er die Situationen der 4 Länder so vergleicht. … Ihr ahnt es sicher schon, ne? In der folgenden Stunde hatte Gavin dann seinen Vortrag zu halten. Aber bevor er begann, musste er sich natürlich erst einmal Luft machen… Von wegen, dass das ja so „rude“ gewesen wäre etc. Weil er das ja studiert hätte und so. Nun hat Jessica aber Ähnliches studiert und naja. Lange Rede kurzer Sinn: Jessica hat sich entschuldigt und Gavin hat sich davon überzeugen lassen, die Sache ohne Blutvergießen zu beenden… Im Ernst: der sah aus, als ob er gleich auf sie losgeht… Ich finds immer noch etwas unbehaglich, an diesen Vorfall zu denken, obwohl es schon so lange zurück liegt. Ich konnte den Typen nie wirklich leiden, aber nach der Aktion (in der Pause hat er sich dann auch noch affig mir gegenüber gehabt…) war wirklich alles zu spät für den Jungen… Von dem Tag an hat sich Gavin dann mächtig an Qi´än „seinen einzigen guten Freund in dieser Klasse“ geklammert, dem das auch nicht unbedingt angenehm war, aber was sollte er schon tun? Qi´än ist ein sehr sanftmütiger und sensibler Mensch, da tat ihm Gavin natürlich auch leid… naja.

 

Nun zurück zu mir haha. Den Donnerstag (5. November) hab ich mich dann unters Messer gewagt. Fallt jetzt nicht vom Stuhl, es is alles noch dran. ^^ Ich hatte in den vergangenen Tagen ausgiebig das Internet abgeforstet, immer auf der Suche nach einem guten Friseur (ich hab hier schon so manche Horrorgeschichte gehört… Europäisches Haar ist eben anders zu behandeln, als asiatisches…). Erst mal bin ich natürlich ne ganze Weile rumgetappt an der Zhongxiaofuxing Haltestelle. Konnte ja nicht ahnen, dass der Salon im 3. Stock ist... Mein Friseur, Eddie Tham, ist wirklich sehr nett. Er war auch hoch erfreut, als er hörte, dass er mir die Haare abschneiden darf ^^ Es sind die kleinen Dinge im Leben eines Friseurs… ^^ Haare waschen in dem Salon ist auch nochmal ein Erlebnis: man liegt da tatsächlich und hat den Kopf ganz angenehm im Waschbecken (Gummikissen ^^). Und dann vibriert auch irgendwie der ganze Sessel… XD Nachdem ich dann halb weggedöst war, gings auch schon ans Eingemachte: Haare ab. Ich musste Eddie auch mehrmals davon überzeugen, dass ich meine Haare wirklich so kurz geschnitten haben will… Auf dem Nachhauseweg hab ich dann noch zufällig Jessica getroffen, die grade vom Taiwanisch-Kurs kam. Sie hätte mich fast net erkannt ^^

Hier waren die Haare dann schon wieder etwas länger.

 

Die Woche drauf (9. bis 15. November) stand dann mein Marketingexamen an. Wir hatten Die Woche zuvor 12 Aufgaben von Professor Lin bekommen. Er meinte, 4 bis 5 von denen kommen in der Klausur dran. Also wirklich, leichter gings net. Ich hab dann auch 100 Punkte geschrieben und Applaus bekommen (ich weiß, ich sollte net protzen, aber ich hab auch hart gearbeitet dafür!). Jessica (nicht die, die den Streit hatte) war in der Woche dann auch endlich wieder zurück aus Japan und hat uns mit KitKat in den verrücktesten Geschmacksrichtungen versorgt (Pudding und Banane und dieses Pulver, dass dann auf der Zunge so prickelt ^^). Nach meinem Marketing Examen (Di) sind wir dann zu dritt (ohne Zairen) auf in die Deutsche Bäckerei. Das war schon ein ganzes Stück zu fahren und wir haben auch ne ganze Weile gesucht, aber letzten Endes kamen wir dann doch in den Genuss deutschen Brotes ^^ Zu meinem Erstaunen konnte ich kein halbes Brot kaufen, sondern musste 2 ganze mit nach Hause nehmen. Aber zusammen mit Salami, Butter und Schinken war mir das nur dann auch recht. Ich hab sogar Lebkuchen bekommen haha Den nächsten Tag hab ich dann das ganze Zeugs mit zum Chinesischunterricht genommen. Frau Wang meinte dann nur, dass das Brot wirklich ganz anders sei, als was man hier so zu kaufen bekommt. Sie konnte mich immer net so richtig verstehen, wenn ich mit Glitzern in den Augen von deutschem Brot erzählt habe… ^^ Wir sind nach unserem Großeinkauf in der Bäckerei dann noch ins 101 gefahren und haben ganz dolles Sushi gegessen (all you can eat!). Vorher hab ich sogar noch einen Schatz ausgegraben: In dem Buchladen im 101 gabs tatsächlich Ghost in the Shell den Comic! Is das zu glauben? Endlich ne Neuauflage! haha Ich war dann wirklich sehr glücklich ^^

Die Nacht zum Mittwoch hab ich damit zugebracht, meine Aufsätze für Scientific Taiwan fertig zu schreiben (bzw. überhaupt erst einmal anzufangen haha). Aber ich habs alles geschafft. Just in time – wier immer ^^

Am Mittwoch (11. November) haben wir im Rahmen unserer Marketing Projektgruppe dann endlich die zündende Idee für unseren Werbespot (als zweiten Teil der Midterms) gefunden. Leider beinhaltete diese Idee mich und einen weiteren nicht-asiatisch aussehenden Kommilitonen in den Hauptrollen…. Warum sind wir zwei auch wirklich die einzig westlich aussehenden? Warum nur? Am Freitag gings dann an den Dreh. Ich mach das hier mal kurz, hier das Endergebnis:

 

 www.youtube.com/watch (http://www.youtube.com/watch?v=x7re89UgiRw)

Was ihr gerade gesehen habt ist Werbung für Taiwan. So nach dem Motto: Kommt hier her und macht Urlaub, geht net nach Thailand. Unser Professor mochte es ganz gerne. In dem Video ist auch eine gute Freundin aus Frankreich zu sehen (ihre Eltern sind aus Vietnam, also wundert euch nicht ^^). Ich bin des öfteren mal mit ihr weggegangen, essen und so. Sie ist der lebendige Beweis, dass Franzosen ein Problem mit Pünktlichkeit haben haha Nix für ungut, ne? Ich mag sie ja trotzdem. Nur dass sie im Januar so ganz plötzlich und ohne mir Bescheid zu sagen nach Frankreich zurück geflogen ist, das nehm ich ihr ein wenig übel. Aber sie ist ja, wie ich gehört habe, jetzt schon wieder hier zum Praktikum. Da kann ich demnächst dann abrechnen ^^ Ach noch etwas, dass mir bei Franzosen aufgefallen ist: Sobald es mehr als ein Franzose ist, reden sie fast ausschließlich auf Französisch, egal, ob ich dabei bin und nix verstehe oder nicht…. Ich empfand das wirklich als extrem unhöflich. Wie seht ihr das?

 

Am Samstag sind wir Mädels vom Chinesischkurs auf den Jademarkt nahe des Da´an Parks gefahren. Ich hab nur ein paar kleine Souvenirs gekauft, aber Jessica hat sich tatsächlich einen Armreif gekauft. Die Dinger sind wirklich ziemlich teuer! Is ja auch klar, wenns richtige Jade ist, ne? Hier ein paar Eindrücke:



 

Tja. Und hier hört dann der Artikel auf, den ich im Januar geschrieben hatte, bevor Mama und Papa hier in Taipei aufschlugen. Und jetzt steh ich da. Fast ohne Notizen und nur mit Bildern XD Also seid geduldig mit mir und meinen Blogeinträgen: Der Zeitabstand zu den Ereignissen ist der Detaildichte meiner Einträge natürlich nicht so zuträglich. Aber ich gebe weiterhin mein Bestes! Chacka!

 

In der 3. Novemberwoche neigte sich dann das erste Chinesischquartal auch so langsam dem Ende zu. Ich glaube, in der Zeit habe ich dann auch angefangen, Bewerbungen für mein Praktikum zu schreiben.

Auch das mache ich hier mal ganz kurz: Es hat mich und die Leute in meiner Umgebung unglaublich viele Nerven gekostet (vorallem noch einmal eine schraubstockähnliche Umarmung an meinen Papa, der jetzt sicher einige graue Haare mehr hat ^^ haha), aber letzten Endes habe ich dann ein Praktikum gefunden. Ich hatte mich bei zahlreichen Werbeagenturen in Taipei beworben, alles mehr oder weniger große, internationale Agenturen. Im Februar hatte ich dann bei einer Agentur schon eine feste Zusage, eine andere wollte mich nochmal zu einem Gespräch sehen und dann die dritte, bei der ich jetzt untergekommen bin, bei der war ich so mit einem Bein dabei ^^ Von besagter Agentur hatten wir auch einen Werbespot als Beispiel in unserem Marketingkurs hier an der NTU. Bei der ersten Agentur, von der ich tatsächlich ne Zusage hatte, von der war ich nicht ganz so angetan, teils, weil die mich nicht mal zu nem Vorstellungsgespräch sehen wollten (lief alles übers Telefon) und teils, weil ich dort außer Fahrtkostenerstattung und Mittagessen nicht wirklich was verdient hätte. Deswegen bin ich dann im Februar auch nochmal zu der 3. Agentur zum Vorstellungsgespräch. Und siehe da, nach längerem Warten und Herumtelefonieren hatte ich dann meine Stelle und sogar Gehalt. Nicht schlecht, ne?

 

Aber nun zurück zu Ende November. In der Woche vom 16. Zum 22. November wurden wir dann zusehendst weniger im Kurs, weil beide Jessicas schon vorzeitig die Klausur geschrieben hatten und eher gingen. Beide zurück nach Amerika. Schade, schade. Ganz ehrlich: Vor allem im anschließenden Quartal haben mir die beiden mächtig gefehlt, weil ich zu der Zeit immer noch im Wohnheim gewohnt habe und auch keine Mitbewohner oder irgendwelche anderen Kontakte weiter hatte. Jedenfalls war die Stimmung dann nich mehr so toll im Chinesischkurs in besagter Woche. An dem 20. (Freitag) wollte ich eigentlich nur mit Vy ins Carrefour (ein Supermarkt) fahren, aber über Umstände haben wir uns dann noch mit ihrer Freundin (auch Französin) und dazugehörigem mexikanischen Freund getroffen. Und dann auf der Rückfahrt im Taxi wurde ich dann gleich zu einer Pfannkuchenparty zu dem Mexikaner eingeladen. War auch so alles ganz nett, in der WG wohnten noch 2 weitere Jungs und ein Mädchen (alles Mexikaner). Größtenteils hab ich in der Küche rumgegammelt. Ihr kennt mich, ich fühle mich auf solchen locker, heiteren Gesellschaften nicht unbedingt wohl. Und dann kannte ich halt auch keinen weiter und es kamen noch mehr Leute dazu, die ich alle nich kannte und dann fangen die Mexikaner natürlich irgendwann in der Nacht an zu singen und zu tanzen…. Und dann stand die Polizei vor der Tür. Naja. Ich hab mir dann sagen lassen, dass das des Öfteren passiert. Ich kann die Nachbarn auch verstehen. Aber das hab ich natürlich fein für mich behalten. Ich war ehrlich gesagt doch recht froh, als ich dann des Nachtens mit Vy nach Hause konnte. Ich hab die Leute danach auch nich mehr wirklich gesehen. Nur Ricardo seh ich noch ab und zu, weil er zur selben Zeit wie ich Chinesischunterricht hat.

 

Ich weiß nicht, ob ich mich an diesem Abend oder den Tag darauf beim Bettdeckenkauf in einem anderen Carrefour erkältet habe, jedenfalls habe ich die Woche vom 23. Bis zum 29. November damit zugebracht, vor mich hinzuschnüffeln und am Dienstag die Präsentation für unseren Werbespot in Marketing zu besuchen. Nix mit lustig wegfahren und Urlaub machen oder wenigstens irgendwie die Ferien genießen. Ne. Petra muss sich natürlich erkälten, wenn sie denn mal frei hat…. Grmbl…. Bei besagter Präsentation musste ich Gott sei Dank ja auch nichts machen. Nur am Rand stehen und Florents schickes SchottenKostüm bewundern. Der hat das echt drauf gehabt, vor über 60 Leuten im Schottenrock und Rüschenhemd diese Präsentation zu halten. Ich war schwer beeindruckt und unser Professor hatte wohl auch arge Probleme, sich auf den Vortrag zu konzentrieren (keine Sorge! Er fand die Idee klasse! Er is ja auch der Meinung, wenn wir schon alle Marketing studieren, dann sollen wir unsere Vorträge ja auch richtig aufmotzen ^^). Unsere Komilitonen haben auch ein par richtig schicke Videos zusammengebastelt. Besonders toll war eins, dass eigentlich gar kein Video war, sondern wie das Sandmännchen aus ganz vielen einzelnen Bildern bestand und dann nur durchs abspielen zu nem Film wurde (ich weiß, dass ein Film eigentlich auch so funktioniert, aber das war wirklich viel Aufwand!). Die Hauptdarstelle waren die Damper-Babies aus dem Taipei 101. Im 101 gibt es einen Massendämpfer, der verhindert, dass zu starker Wind das Gebäude  zu stark zum Schwingen bringt. Und das Marketing des Hochhauses macht aus diesem rieseigen Klotz dann ganz niedliche, bunte Maskottchen. Jap. Und die waren die Darsteller in dem Film. War wirklich toll!

 

Am 30. November, am ersten Tag des neuen Chinesischquartals, hab ich dann auch Fotos für meine Praktikumsbewerbungen geschossen. So selber. Das war auch ganz lustig. ^^ Vy meinte, man muss doch dafür nich zum Fotografen gehen und naja…. Ich bin dann doch gegangen ^^ Hier seht ihr, warum:



 

Das war dann das Profibild, dass ich am Dienstag oder Mittwoch hab machen lassen. Die haben das sogar mit Photoshop nachbearbeitet! Man. Sowas bekommt man nich so einfach in Deutschland.
P.S.: Ich kann das hier nich hochladen, weil da immer der Server abschmiert. Is einfach zu groß mit dem tollen Pfotogeshoppten und so ^^

 

Bevor ich mich jetzt erst einmal verabschiede für diese Woche, noch einmal kurz zu dem 2. Chinesischquartal. Ich hatte immer noch Nachmittags von 12 bis 15 Uhr Unterricht. Nur die Lehrerin und die Mitschüler waren neu. ^^ Zairen war zunächst im Morgenkurs (8.30 bis 11.20) eingeteilt, meinte aber am ersten Tag (mit unglaublichen Augenringen!), dass sie unbedingt wieder in den Nachmittagskurs will ^^ verstand ich nur zu gut. Und wir haben das dann auch tatsächlich alles so hinbiegen können, dass wir 2 wieder im selben Kurs gelandet sind. Wir hatten noch einen Kanadischen Mitschüler, der hier schon einige Jahre in Taiwan ist, um sich vor seinem Leben und seinen Problemen in Kanada zu drücken. Er ist eigentlich ein ganz netter. Hat hier auch ne japanische Freundin gefunden und kriegte immer das große Grausen, wenn wir Mädels im Unterricht von Frauenthemen, wie Verlobung, Hochzeit, Schwangerschaft, Verantwortung und sowas angefangen haben. Denn der arme Junge war der das einzige männliche Mitglied in unserer Klasse! Außer Zairen und mir gabs noch 2 Japanerinnen und eigentlich noch einen Franzosen, der aber nie wirklich angetanzt is, weil er immer ganz beschäftigt war mit irgendwelchem Zeug von seiner französischen Uni. Naja. Und die par Mal, die er da war, da hab ich ihn auch wirklich kaum verstanden, weil sein Akzent einfach mal zu stark war. Unsere Lehrerin, Frau Lin (nur unwesentlich älter, als wir und sogar jünger, als eine japanische, verheiratete Kommilitonin) war auch eine ganz nette. Und sie kannte Terence (den Kanadier) auch schon seit der hier in Taiwan aufgeschlagen war. Wir haben oft im Unterricht nicht wirklich Fortschritte gemacht, weil wir einfach irgendwas ganz Interessantes gefunden hatten, über das wir dann eeeeewig lange gequatscht haben. ^^ Ein sehr entspanntes Semester. Frau Lin sagt über sich selbst, dass sie einen Tagesablauf wie eine alte Frau hat: Sie geht recht zeitig ins Bett (gegen um 10) Und steht dann um 5 oder noch eher auf. Sie hat mir später im Semester dann auch „Black and White“ (痞子英雄) ausgeliehen. Zairen und Frau Lin hatten die ganze Zeit von dieser Serie geschwärmt und auch als ich noch in Deutschland war, wurde mir die Serie ja schon wärmstens ans Herz gelegt. Und ich muss wirklich sagen: Das war eine tolle Serie! Für alle Serienfreaks, die das hier lesen und die Serie noch nicht gesehen haben: Ein MUSS! Das war auch die erste Serie, die ich nur mit chinesischen Untertiteln gesehen habe. War recht anstrengend an manchen Stellen, weil es ein Polizeiserie war und die teilweise mit Fachbegriffen nur so um sich geworfen haben, aber es war alles machbar. Bin ganz stolz auf mich (p.s.: mittlerweile is das nix Besonderes mehr. Ich schein hier wirklich schon ganz gut Chinesisch trainiert zu haben… ^^).

Zurück zu meinen Kommilitoninnen: Hetian und Neitian waren beide ganz liebe Mitschüler. Ich hab manchmal das Gefühl, dass Japaner das einfach im Blut haben, so freundlich und ausgeglichen und so. Klar weiß ich, dass die auch anders können, aber das sind so meine Erfahrungen. Neitian hat einen Taiwaner geheiratet und ist auch etwas älter, als Frau Lin (aber immer noch in den 20ern) und Hetian ist ne kleine Streetdancerin (vergebt mir mein Denglish^^) und, wie sich herausstellen sollte, auch eine gute Reisebegleitung und in derselben Tanzgruppe, wie meine derzeitige japanische Kommilitonin Shacai (Saya). Die Welt ist wirklich klein, aber dazu später mehr.

 

So. Das wars von mir für diese Woche. Ich hoffe, ich halte mein Versprechen und ihr kommt nächste Woche in den Genuss meiner Dezembererlebnisse. Für heute wünsche ich meiner Mama noch ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen und vor allem Schnelligkeit, denn seit gestern Tummeln sich wieder die Treppenfanatiker in den Radebauler Weinbergen. Und wenns dieses Jahr nicht klappt, dann kann ich wenigstens nächstes Jahr wieder am Streckenrand stehen und anfeuern. 加油!


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